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Erste Urlaubsreise nach Irland im Jahr 2002 (Teil 7)
von Heidi und Werner Freitag

Richmond HarbourAls wir in den Camlin einbogen, die Videokamera bereits postiert und die Scheiben geputzt, regnete es wieder. Der Camlin empfing uns zwar mit Regen, aber auch so war die Landschaft wunderschön. Wir ließen die Videokamera weiterlaufen und fuhren durch diesen bezaubernden Fluß. Durch das Hochwasser war er breiter als der Lough Allen Canal, aber das Ufer war flacher und nur von einzelnen Büschen und kleinen Bäumen gesäumt. Das Wetter besserte sich, die Sonne kam heraus und die Landschaft erstrahlte in einem satten Grün. Schade daß unser Motor laufen mußte, sonst wäre es sicher auch still hier. Wir beschlossen, die Nacht in Richmond Harbour zu verbringen. Die Einfahrt in den Hafen war nicht möglich, die Schleuse war nicht besetzt. Außerdem war offenbar im Hafen alles voll. Wir legten am Anleger unterhalb der Schleuse an. Es war 14:30 Uhr und damit höchste Zeit für eine Lunchbreak. Wir tranken Tee und aßen belegte Brote. Hinter uns legte mittlerweile ein Privatboot an und damit war der Anleger eigentlich voll. Dachten wir, und machten erst mal einen Spaziergang zum Hafen.

Gegen halb vier legte sich Heidi etwas hin und Werner wollte seine GPS-Waypoints ordnen. Da erschien eine Caprice, nicht die von Rooskey und versuchte sich im Bankmooring. Dazu wählen sie den Platz im Fluß Richtung Wehr und versuchte zu drehen. Das Manöver gereichte Charlie Chaplin zur Ehre. Aber nach drei oder vier Umdrehungen des Schiffes, geführt an der langen Heckleine von vom Land aus, lag das Schiff vor Ort. Um 17:00 Uhr weckte Werner Heidi, gerade noch rechtzeitig um das Anlegemanöver von zwei weiteren Emerald- und einem Carrick Craft Schiff zu beobachten. Vor uns, außerhalb des Anlegers legten die Emerald-Schiffe im Päckchen an und wurden mit dem Bug einen kleinen Baum gebunden. Das Schiff von Carrick Craft lag oberhalb der Caprice Richtung Wehr.

Irischer BriefkastenVor dem Abendessen wollten wir noch einen kleinen Spaziergang machen, wir zogen uns an und es fing an zu regnen. Also wurde der Spaziergang abgeblasen und es sollte gleich ans Abendbrot gehen. Während wir noch schwatzten wird es wieder hell und sogar die Sonne kam heraus, also gingen wir doch. Es wurde ein schöner Rundgang um den Hafen. Werner fragte einen Iren, der seinen Hund Gassi führte nach einem Postkasten und der sagte uns auch wo einer ist, sogar auf deutsch. Der Postkasten was witzig, ein kleines grünes Gußeisenschild mit einem Briefschlitz, eingelassen in eine etwa einen Meter hohe Mauer. Als wir wieder zum Schiff kamen fing Heidi an, in der Küche zu werkeln während Werner noch etwas 'Rein Schiff' machte. Da kam noch ein letztes Schiff von Carrick Craft zu uns und legte neben uns im Päckchen an. Es war ein alter Ire mit einem Jungen, die angeln wollen, das Ganze Schiff ist voller Angelgerät, später sahen wir noch einen dritten Mann, der der Vater des Jungen hätte sein können. Obwohl wir diesmal dichtgedrängt am Anleger lagen war es abends mäuschenstill. Der Wind war eingeschlafen und wenn wir es nicht wüßten hätten wir nicht gemerkt, daß wir auf einem Schiff waren. Heidi kochte leckere Hähnchenbrust mit Paprika-Rahmsoße dazu Kartoffeln und Salat. Werner schlug sich wieder mal den Magen zu voll, weil er nichts liegen lassen konnte. Nach dem Essen klönten wir noch ein bißchen und schauten uns die Digitalfotos unser bisherigen Reise an. Es war wieder nach 23 Uhr, als wir endlich in die Kojen fielen.

02. Juli - Shannon

Die Nacht war so friedlich, das stellt man sich nicht vor, wenn man den dichtgedrängten Haufen von Schiffen sieht. Wir hatten nichts, absolut nichts von den anderen Booten gehört. Um 8:00 Uhr standen wir auf und machten erst mal ein Frühstück. Danach machten wir uns startklar. Während wir noch unsere sieben Sachen zusammensuchten entstand auch Bewegung in dem Boot neben uns. Als wir klar zum Auslaufen waren, ging Werner an das andere Schiff und sagte daß wir fort wollen. Die sagten: "OK!" und legten zu unserem Erstaunen ab. Wir hinterher und so erreichten wir gegen halb zehn die Schleuse Clondara Lock. Die Schleuse war besetzt und offen, also fuhren wir hintereinander ein. Werner half wieder beim Schleuse schließen, diesmal halft ihm einer vom anderen Schiff. So ging die Schleusung fix vonstatten und gegen dreiviertel Zehn waren wir auf dem Shannon. Nach kurzer Zeit überholten wir das andere Schiff, um die nicht beim Schleppangeln zu behindern. Schnell verging die Fahrt bis Lanesborough. Dort wollten wir anlegen um uns den Ort anzusehen und etwas einzukaufen. Unterwegs kamen uns viele Schiffe entgegen, es war ein ganz schöner Verkehr an diesem Morgen. In Lanesborough wurde am Anleger gerade etwas frei, und wir legten einfach mit dem Strom an. Hinter uns legten die Anderen aus Richmond Harbour an, allerdings fachgerecht gegen den Strom.

Die Viola in LanesboroughLanesborough ist ein netter Ort mit einer schönen Steinbrücke. Wir gingen durch den Ort am linken Ufer und betrachteten die Häuser und das Treiben auf der Straße. Wir gingen bis zur Kirche. Auf dem Rückweg zum Anleger kauften wir noch etwas ein und kauften auch noch ein paar Ansichtskarten. Die werden wir aber nicht mehr fortschicken sondern im Gepäck mit nach Hause nehmen. Wieder am Schiff machten wir Lunchbreak, denn mittlerweile war es 12:00 Uhr.

Beim Ablegen machten wir es mal anders herum: Werner löste die Leinen und Heidi steuerte das Schiff sicher auf den Fluß. Dann mußte aber Werner ran, den die Brücke ist nicht ungefährlich und es war eine kräftige Strömung. Gemütlich ging es auf dem Shannon weiter Richtung Lough Ree. Der See empfing uns mit ganz beachtlichen Wellen. Sogar die Kamera wurde umgeworfen. Heidi fing sie auf und nachdem sie wieder eingerichtet war hielt Heidi sie fest. Das Schiff schaukelte ganz schön auf den Wellen, die schon ca. 50 cm hoch waren. Trotzdem hielten wir den Kurs und verzichteten darauf einen Wellen anschneidenden Kurs zu kreuzen. Immer noch kamen uns Schiffe entgegen, also hatten es doch viele gewagt, den Lough Ree zu überqueren. Wir hatten das nicht vor. Unser Ziel war Lecarrow. Die Einfahrt zur Blackbrink Bay erreichten wir mit dem Kompaß. Die Karte war recht gut und so fanden wir schnell die Navigationszeichen der Einfahrt.

In der Blackbrink Bay war es sofort ruhig. Kaum eine Welle kräuselte das Wasser. Wir fuhren in den Kanal ein und genossen die ruhige Fahrt durch die schöne irische Landschaft. Im Hafen lag ein Arbeitsschiff von Waterways Ireland und zwei Mietboote von Emerald Star Line. wir legten in einem schönen Eck an, gleich mit dem Heck an die Mauer. So konnte uns keiner mehr stören. Sofort nach dem Anlegen warfen wir unsere Brotreste ins Wasser. Das war aber nicht schlimm, weil sich ein Schwarm Enten sofort gierig darüber her machte. Die Enten waren in diesem Hafen so zutraulich, das man aufpassen mußte, daß man nicht drauf tritt. Als wir nicht mehr füttern, wurde unser Schiff geentet. Die Enten suchten auf Deck in jeder Ecke nach was eßbaren und futterten die ganzen toten Mucken auf, die an Deck klebten. Weil wir in Lanesborough die Butter vergessen hatten, gingen wir noch einkaufen. Bei dieser Gelegenheit sahen wir uns natürlich den Ort an. Es war ein kleines stilles Dorf, mit einem Lebensmittelgeschäft und zwei Pubs, so richtig ländlich. Irgendwie wurden wir an unsere Kindheit erinnert, als es bei uns auch noch so friedlich zuging.

Hafen von LecarrowWieder auf dem Schiff machte sich Heidi an das Abendessen. Sie kochte wieder etwas leckeres, heute mal mit Bratkartoffeln. Wie immer war Werner am platzen, weil er nicht aufhörte zu essen, bevor der letzte Rest vertilgt war. Wir saßen noch vor den leeren Tellern, als ein Schiff in den Hafen einlief. Routiniert steuerten sie den Platz vor uns am Kai an. Werner ging raus um zu helfen, wird aber nicht gebraucht. Die Neuankömmlinge wurden sofort überfallen. Die Enten hatten ein neues Opfer. An Bord waren auch zwei kleine Mädel, die versuchten die Enten aus der Hand zu füttern und zu streicheln. Es gelang beinahe.

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(c) 2002, Stefan Kupner