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Erste Urlaubsreise nach Irland im Jahr 2002 (Teil 6)
von Heidi und Werner Freitag

Kilglass Lough30. Juni - Grange bis Rooskey

Über Nacht hatte es sich eingeregnet, wir standen nach neun auf und schauen uns den trüben Himmel an. Da konnte man sich nur freuen, daß das Boot ein festes Deck hat und wir im Trockenen sitzen können. Wir begannen erst einmal mit einem kräftigen Frühstück. Der Regen ließ nicht nach und Werner machte sein Ölzeug klar um die Leinen los zu machen. Heidi mußte heute steuern. Werner machte das Heck los und da keine Strömung da war ließ sich das Schiff willig drehen. Bugleine eingeholt und rückwärts auf das Wasser. Werner übernahm das Ruder und drehte das Schiff soweit, daß wir gerade ausfahren konnten. Mitten auf dem Grange Lough hielten wir an und Werner schoß erst einmal die Leinen auf und kroch wieder aus dem Ölzeug. Der Regen hatte soweit nachgelassen, daß es sicher auch ohne Wetterkleidung gegangen wäre, aber wer weiß...

Gemütlich schipperten wir nach Kilglass, ansehen wollen wir uns den Anleger schon einmal. Außerdem hatten wir Zeit. An diesem Tag sollte es nur bis Dromod gehen. Kilglass war trostlos, wenn die Landschaft nicht wäre. Wir genossen die ruhige Fahrt und freuten uns am Ausblick. Weiter ging es durch die Carnadoe Waters bis zum Lough Boderg. Nun aber mit Voller Kraft auf den Lough hinaus, wir machten ca. 13 km/h. Die Boje vor Rogers penninsula war nagelneu, wir hatten auf der Hinfahrt das Arbeitsboot noch gesehen. Offensichtlich hatte man den schwarzen Marker weiter in den See hinein versetzt. Wir fuhren durch den etwas rauhen Lough Bofin nach Dromod. Dort war alles voll und weil das Wasser ganz schön rauh war, und der Hafen auf lee liegt, (es wehte aus SW mit 4-5) beschlossen wir darauf zu verzichten am Außenkai anzulegen. Sicher hätte man die Boote etwas platzsparender zusammenrücken können, aber es waren meist Privatboote und da hatte sich keiner sehen lassen. Im Gegenteil, einen Anleger hatten sie mit einem Speedboot so blockiert, das kein Anlegen möglich war.

Dromod HarbourWir fuhren weiter nach Rooskey. Durch die Brücke passen wir ja, das hatten wir bei der Hinfahrt gesehen, also munter drunterweg. In Rooskey war auch schon alles sehr voll. Es war ein richtiges Gedränge. Erstaunlich bei dem schlechten Wetter, der Himmel war grau in grau und die Bäume bogen sich im Wind. Die Böen erreichten sicher Windstärke 7. Wir legten am Ende eines Anlegers mit dem Bug an und machten das Heck an einem Baum fest. Es ging ganz gut, aber befriedigt hatte uns der Platz nicht. Mittlerweile war ein Anleger weiter Flußaufwärts frei geworden. Die Heather von Waveline, die gerade noch vorbei fuhr lag dort ganz allein. Werner stellt alles ein und beauftragte Heidi, auf sein Signal hin langsam rückwärts zu fahren. Beim Lösen der Leinen stellte unsere Viola aber den Bug in die Strömung und trieb alleine ab. Werner hüpfte zum Steuerstand, denn nun muß vorwärts gefahren werden. Klasse Ablegemanöver, wenn auch nur durch Zufall. Schnell fuhren wir zum anderen Anleger und machen hinter der Heather fest. Ein schöner Platz für die Nacht. Wir machten Teatime und draußen regnet es immer noch. Einen solch grauen verregneten Tag hatten wir bisher in Irland noch nicht. Jetzt erst fiel uns ein, daß heute ja das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft ist. Deshalb lagen so viele Schiffe beizeiten in den Häfen.

Je später der Nachmittag wurde um so voller wurde es hier, vor einer Woche war selbst um 22 Uhr noch Platz und an diesem Tag lagen bereits um 18 Uhr einige Schiffe an Bäumen fest. Weitere Ankommende suchten nach einem freien Platz. Da wir unseren Hochzeitstag hatten und in den Pub gehen wollten, machten wir uns nun landfein, allerdings werden die Wetterjacken wohl mitgehen.

Es war 19:00 Uhr und wir gingen ohne Wetterjacke. Der Regen hatte aufgehört und am Himmel erschienen erste geballte Wolken, die ein Ende der durchweg grauen Wolkendecke ankündigten. Auf der Suche nach einem Restaurant stellten wir fest, daß das 'Crews Inn' verlassen und geschlossen ist.Direkt auf der Ostseite der Brücke ist das Hotel 'The Shannon Key West', dazu gehört das Restaurant 'Rooskey Inn'. Dort waren wir zum Essen eingekehrt. Wir hatten aber kein Steak sondern Lachs gegessen und der hatte ausgezeichnet geschmeckt. Steaks gibt es sicher auch in Deutschland, aber ob man da solch guten Lachs bekommt wage ich zu bezweifeln. Nach dem Essen sind wir noch in das 'Faoi Dhraioch' gegangen, ein Pub mit Lifemusik. Das Wirtshaus ist von außen wie eine mittelalterliche Burg aufgemacht. Auch innen ist viel Stein, z.B. die Theke. Die Musik war ein Gemisch aus Country und Rock. Uns hat es gefallen. Um 23:00 Uhr waren wir wieder an Bord, wo wir auch bald in der Koje lagen.

01. Juli - Rooskey bis Richmond Harbour

Schleuse in RooskeyEigentlich war um 8 die Nacht zu Ende, der Verkehr auf dem Shannon nahm stark zu und viele versuchten uns aus den Kojen zu kippen. Es hat sich scheinbar immer noch nicht herumgesprochen, daß man an liegenden Booten langsam vorbeifahren soll. Wir blieben aber noch bis um 9 liegen, dann standen wir auf. Zum Frühstück gab es nur einen Tee. Heidis Magen mochte kein Essen, sie behauptete aber, daß es nicht an den Guinness vom Vorabend lag. Nach dem Tee vereinbarten wir, daß wir erst zum Anleger fahren und während Werner Wasser auffüllt, Heidi fix über die Brücke in den Shop Brot kaufen geht. Ablegen hatten wir schon gestern geübt, diesmal geht es sofort. Wir legten bei der Tankstelle an, nachdem wir festgestellt hatten, daß an der Pier der erste Poller fehlt, genau der am Wasserhahn.

Ein Junger Mann hilft beim Anlegen und fragt freundlich ob wir Diesel möchten. Werner sagt: "Nein, Wasser", worauf der Junge Mann meint, daß der Schlauch nicht lang genug ist. Werner sagt spitzbübisch: "Maybe I know a trick". Der Junge Mann begreift und sagt, daß Werner wohl den Schlauch verlängern will. Genau so, und es funktioniert. Unser Wasseranschlußkit hatte sich damit wieder einmal bewährt. Werner tankte Wasser und Heidi ging einkaufen.

Caprice mit ProblemenWeiter ging es Richtung Schleuse. Auf dem Weg dorthin überholte uns eine Caprice (von Emerald Star Line), wieder so ein Raser. Als die Schleuse in Sichtweite kommt ging die Ampel gerade auf grün, eigentlich dürfte nun alles reibungslos gegangen sein. Aber meistens kommt es anders... Die Caprice stellte sich bei der Einfahrt quer und alle nachfolgenden mußten irgendwie Bremsen und das in der Strömung vor dem Wehr. Werner machte eine Wende über Steuerbord, was sich als garnicht so gut erweist, denn das nächste Schiff das in die Schleuse einlaufen wollte hatte sich einen Fender abgerissen und nun fuhr ein Dinghi vor unseren Bug und die Strömung drückte uns gefährlich weit in Richtung Wehr. Knapp der Strömung entronnen machte Werner nun eine doppelte Wende, so daß wir nach einem Achterkurs am Anleger östlich oberhalb der Schleuse kurz festmachten und warteten bis wir gefahrlos einlaufen konnten. Die Schleusung ging problemlos, nur die Caprice schien nicht zu wissen, daß man in der Schleuse den Motor ausmacht. So mußten wir den Auspuff einatmen. Nach der Schleusung fuhren wir gemütlich weiter und verloren die Eiligen bald aus den Augen. Wir hatten Zeit, denn wir wollten den Camlin River erkunden. Mittlerweile regnete es wieder und der Regen wurde ein wahrer Wolkenbruch.

Vor der Enge an der Hochspannungsleitung ca. 3 km südlich von Rooskey kam uns ein Boot von Carrick Craft entgegen und nahm Kollisionskurs. Was tun, Werner meinte: "Da wir das Wegerecht haben müssen wir auch unseren Kurs beibehalten, damit der andere nicht irritiert wird, so kann der ausweichen wohin er will." Aber der machte keine Anstalten irgend wo anders lang zu fahren und blieb auf Kollisionskurs, er wurde auch nicht langsamer. Im Letzten Augenblick wich Werner mit einer Ruderbewegung hart Backbord aus und im Vorbeifahren sahen wir ein junges Mädel am Steuer. Vermut glaubte die, auf dem Shannon ist Linksverkehr.

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(c) 2002, Stefan Kupner