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Reisebericht Irland vom 29.04.02- 08.05.02 (Teil 3)
von Cordula und Michael Metzner

Banagher BridgeFreitag, 03.05.02, Ballinasloe/ Banagher/ Portumna
Der Morgen empfängt uns wieder mit strahlenden Sonnenschein. Bis zum letzten Tag sollte es jetzt so bleiben. 9.30 Uhr packten wir unsere Leinen ein und starteten, weiter in Richtung Lough Derg. Banagher erreichten wir Mittag gegen 12.30 Uhr. Unterwegs begegneten uns gerade mal 4 Boote. An der Marina finden wir schnell einen Platz und das erste Ziel für uns: Wo ist der nächste Pub für die Mittagsration "Guinness"?. Lange suchen brauchten wir nicht und so war der Tag schon einmal gerettet. Danach schauten wir uns den Ort an, Mittag gab es wieder auf dem Boot und 14.00 Uhr legten wir ab um heute noch in Portumna die Brücke zu passieren. Hinter Banagher auf der Höhe von Shannon Grove gab es eine Einfahrt zu einer Marina Namens "Shamrock Cruises". Da diese nicht in meinen Aufzeichnungen auftauchte, wollte ich eigentlich eine kleine Erkundung wagen. Getraut habe ich mich dann doch nicht und rauschte mit vollen Segeln Victoria Lock entgegen. Vor der Schleuse empfängt uns ein recht imposantes Wehr. Wir halten uns in sicherem Abstand und können wieder sofort den Schleusenbereich passieren.

16.30 Uhr nähern wir uns Portumna Bridge. Natürlich ist die Brücke geschlossen und wir legen direkt davor am Anleger an. Vom Brückenwärter erfahre ich das es erst 17.30 Uhr weiter geht. Wir nutzen die Zeit um die Marina von Emerald Star zu besichtigen. Es sind noch fast alle eigenen Boote da, auf der Rückfahrt war es genau umgekehrt.

Bei unserer Rückkehr zum Boot hatte längsseits ein historisch anmutender Motorsegler angelegt. Ein Ire und seine Frau versuchten über unser Boot ihren Proviant für das Wochenende zu verstauen. Ich half Ihnen alles rüberzutragen und wieder freute ich mich über das freundliche Wesen dieses Menschenschlages, der doch so anders ist wie viele meiner Mitbürger zu Hause.Kurz vor 17.30 Uhr kommt unser Drehbrücke in PortumnaBrückenwärter und bittet uns ins Boot. Wir legen ab und üben uns dieses Mal im Kreisen und Stehen mit dem Boot vor der Brückendurchfahrt. Das Boot auf einer Stelle zu halten ist auch nicht so einfach wie es vielleicht aussieht. Mittlerweile haben sich auch mal etwas mehr Cruiser eingefunden, und es wird etwas lebhafter auf dem Fluss. 17.30 Uhr öffnet die Brücke und alles donnert in Richtung Terryglass. Entweder gibt es dort Freibier oder saubere Toiletten.

Wir suchen in der Zwischenzeit krampfhaft die nächste Tonne welche uns den sicheren Weg nach Portumna Castle zeigt. Dies soll unser nächster Übernachtungsort sein. Ich muss gestehen die Anfahrt war nicht ganz einfach, da man von der Brücke aus schnell in Versuchung gerät direkt den Anleger anzusteuern. Ob das so einfach geht wusste ich aber auch nicht, da keine Markierung zu sehen war. Also fuhr ich eine riesige Spitzkehre um die nächste sichtbare rote Tonne und fuhr dann erst in Richtung Castle. Überraschender Weise hatte anscheinend kaum einer der anderen Skipper Lust dort festzumachen, und so fanden wir wieder ausreichend Platz vor. Die Anleger sind zwar aus Beton, wenn aber wenig Boote da sind ist das eigentlich kein Problem.

Die Umgebung war wieder sehr gepflegt und auch ein Dusch- und Toilettentrakt war vorhanden. Dieses Mal kostenfrei und mit richtig fließendem Wasser ohne Zuteilung. Am Abend werden die Räume allerdings abgeschlossen und erst am nächsten Morgen wieder geöffnet. Vom Anleger aus begrüßte uns gleich das mächtige Schoß mit einem riesigen Vorgarten. Durch das herrliche Wetter war das Panorama überwältigend und es sollte einer unserer schönsten Anlegeplätze werden.

Jetzt machten wir uns auf die Gegend zu erkunden. Ein befestigter Weg, sogar mit Beleuchtung, führte zum Ortskern von Portumna. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Ruinen der zerstörten Klosteranlage. Nach deren Besichtigung verfolgten wir die Anlage bis nach Portumna hinein. Wenn man sich etwas Mühe gibt, kann man die ehemalige Größe des ganzen Portumna Castle HarbourKomplexes mit weiteren Gebäuden, wie Kirche und Friedhof weiterverfolgen. An der Kirche sammelte sich eine Menge von Menschen zum Gottesdienst, so das wir uns entschlossen, erst einmal auf die Besichtigung zu verzichten und ins gegenüberliegende Pub auf ein Guinness zu gehen. Nach einer halben Stunde war die Überraschung perfekt. Wir gingen aus dem Pub und die Menschenmenge aus der Kirche strömte in das Pub. Zwei alte Damen sahen wir noch am Abend gegen 23.00 Uhr im gleichen Lokal wieder.

Aber es sollte noch besser kommen. Nachdem wir auf unserem Boot zu Abend gegessen hatten, machten wir uns nochmals auf den Weg in den Ort. Jetzt waren die anfangs erwähnten Klosterruinen mit Scheinwerfern angestrahlt und wir hatten den Eindruck ins Mittelalter zurück versetzt zu sein. Es war einfach herrlich an diesem recht warmen Abend dieses Ambiente von Dunkelheit, Wald und Ruinen zu genießen.
Als wir die ersten Pubs erreichten war die Hölle los. Die Menschen drängten sich in den Pubs, Musik wurde gespielt und die Straßen waren belebt. Was wir vorher nicht wussten, heute zum Freitag kamen jede Menge Angler und Golfer zum verlängerten Wochenende nach Portumna. Die ließen natürlich die Sau raus, vor allem Engländer und Schotten. Gegen 24.00 Uhr erreichten wir wieder unser Boot und fielen müde ins Bett.

Samstag, 04.05.02, Lough Derg/ Scarriff
Gegen 8.00 Uhr weckt uns wieder die strahlende Morgensonne und damit ist für den heutigen Tag die gute Laune schon mal gesichert. Ich knöpfe unsere Plane vom Oberdeck auf und mache ein paar Bilder von der herrlichen Morgenlandschaft die uns umgibt. Es liegen höchstens 5 Boote im Anleger und bis auf ein paar frühzeitige Angler ist alles ruhig. 9.00 Uhr wird das Dusch- und Toilettengebäude geöffnet und so können wir vor unserer Abfahrt noch einmal ausgiebig duschen.

Holy Island, Lough Derg10.00 Uhr wird abgelegt und wir steuern den Lough Derg an. Ab heute wird nun endgültig bis zum letzten Tag nur noch "Cabrio" gefahren. Das heißt für unser Boot, Plane runter und offenes Verdeck. Dies hat mir an dem Boot, so alt es auch sein mag, besonders gefallen. Der offene Steuerstand bei diesem Wetter war optimal. Auf der Höhe von Kilgarvan kommt etwas Wind auf und wir haben das erste mal so etwas wie Wellengang. Das Boot schaukelt als ob es mit uns Tanzen möchte. Doch wir wollen weiter und halten Ausschau nach dem nächsten Ziel, Garrykennedy. Laut "Shannon Guide II" kann man als Wegweiser den Sendemast auf den Bergen hinter dem Ort als Ansteuerungspunkt nehmen. Auf Grund des sehr schönen Wetters ist dies auch problemlos möglich. Als wir die Einfahrt nach Garrykennedy ansteuern, sehen wir, das schon alles mit Segelbooten blockiert ist. Jetzt bekommt man das verlängerte Wochenende zu spüren. Viele Boote, Segel- und Motorboote, sind unterwegs und belegen natürlich massiv die Anleger.

Wir drehen kurzerhand ab und nehmen Holy Island als nächstes Ziel. Es klappt bis dahin alles recht gut, auch mit der Orientierung auf dem See. Da wir keinerlei Navigationsgeräte auf dem Boot haben, hätte ich sicherlich bei schlechter Sicht Bedenken, aber glücklicherweise lässt sich alles mit dem Fernglas bewältigen.
Wir sehen schon von weitem die Ruinen von Holy Island, auch die von mir sehr geschätzten irischen Kühe. Als wir auf Sichtweite vom Anleger unterhalb des Klosters waren, entschlossen wir uns doch auf das Ankern zu verzichten. Der Wind ist recht stark und dementsprechend auch der Wellengang. Wir merken uns das Ziel für den Rückweg vor.

Scarriff RiverNach kurzer Absprache fahren wir jetzt zur Mündung des Scarriff River. Das Schöne bei der gesamten Fahrt war, wir haben es vermieden einen festen Plan zu erstellen. Alles wurde spontan entschieden, je nach örtlichen Gegebenheiten. Auf Zeit kam es dabei nicht an.

Langsam fuhren wir gegen Mittag in den Fluss hinein. Eine herrliche Fauna umgibt uns und auch der Wind ist durch den natürlichen Schutz der Vegetation praktisch nicht mehr vorhanden. Es ist ein wahrer Genuss den Fluss hinauf zu fahren. Erstaunlicher Weise sehen wir während der Fahrt kein einziges Boot. Der erste Anleger von Tuamgraney ist komplett mit Anglern belegt. Da ich sie bei ihrem Hobby ungern stören wollte, fahren wir weiter bis Scarriff. Nach einer Flussbiegung erblicken wir den wundervollen, noch recht neu wirkenden Anlegeplatz. Es ist nur ein einziges Boot festgemacht, Iren auf Wochenendtour. Leicht erkennbar an den sich sonnenden Damen der Crew.

Jetzt wird erst einmal gemütlich Mittag gegessen und danach erkunden wir wie immer erst einmal den Ort. Außerdem steht langsam unsere tägliche Mittagsportion Guinness an. Meine Frau ist seit ihrem London Besuch ein Fan von Pubs, speziell mit den darin zu erhaltenen Pints, diesen cremigen dunklen Getränken.
Scarriff ist ein recht kleiner, und zu dieser Zeit auch wenig bevölkerter Ort. Im nächsten Pub ging es wieder recht locker zu, und so war es ein Vergnügen an der Theke zu sitzen.

Vor einem anderen Pub lag ein schwarzer Hund einer etwas gemischten Rasse und genoss die wärmende Sonne. Er schien auch so etwas wie der Begleitservice von Scarriff zu sein. Bis zum Boot lief er treu und brav vor uns her, verabschiedete sich mit einem treuen Blick und verschwand wieder in Richtung Ortskern.
Als wir zum Anleger zurück kamen,Tuamgraney war das hinter uns liegende Boot weg. Da es hier sehr schön und vor allem ruhig ist, beschlossen wir nicht mehr weiter zu fahren und hier zu übernachten. Es war jetzt gegen 15.00 Uhr und noch viel Zeit bis zum Abend. Wir packten unsere Kamera ein, nahmen das Dingi und ruderten den Fluss abwärts nach Tuamgraney. Wer nach 20 Jahren mal wieder etwas Romantik in seine Ehe bringen möchte, sollte solch eine Tour unbedingt machen. Aber auch für jung Verliebte eignet sich der Törn hervorragend.


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(c) 2002, Stefan Kupner