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Unsere nächste Tagesreise führte durch den verträumten
Camlin River bis zur Einmündung in den Shannon. Dieser wunderschöne
Streckenabschnitt führt durch eine der "verträumtesten"
Stücke Irlands. Leider habe ich wiederholt feststellen müssen,
dass einige Bootsführer sich anscheinend nicht darüber
im Klaren sind, dass mit zu hoher Geschwindigkeit, gerade an den
engen Stellen der Wasserwege, enorme Schäden durch die Heckwellen
in der Ufervegetation verursacht werden und ich möchte hier
einmal darauf hinweisen, dass man sich dadurch ein Urlaubsparadies,
wie es nur wenige gibt, zerstört!!
Zu Beginn des Lough Forbes endet dieser schöne "Umweg"
wieder im Flusslauf des Shannon und wir setzten unsere Fahrt in
Richtung Norden nach Rooskey fort.

Schleuse bei
Clondara
Der Schleusenvorgang
in Rooskey ist immer wieder ein Erlebnis, da der Schleusenwärter
Tony Hudson das "Schleusen" als eine Art "Nebenbeschäftigung"
auffasst; vielmehr vertreibt er den Bootsbesatzungen die Zeit als
Entertainer und hier ist er wirklich spitze. Tony ist zwar manchesmal
aufgrund seines Dialektes schwer zu verstehen aber in dieser Schleuse
geht es immer sehr lustig zu.
In Rooskey sind
in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Jettys gebaut worden,
sodass der Mangel an Anlegern zum grössten Teil behoben ist.
Zur Übernachtung oder zur Essensaufnahme lohnt ein Aufenthalt
in Rooskey aber immer. Zur Zeit ist das "Cruisers Inn"
(Stromaufwärts links der Brücke) geschlossen, da der Besitzer
zurück in seine Heimat Neuseeland gezogen ist. Es war aber
zu erfahren, dass dieses Pub mit Essmöglichkeit bald wieder
eröffnet werden soll. Das "Weir Lodge" (stromaufwärts
rechts der Brücke ) bietet gar keine Essmöglichkeiten
mehr, aber das "Key West Hotel" bietet sich als Alternative
an. Ein chinesisches Fast-Food Restaurant ist ebenso eröffnet
worden (stromaufwärts links der Brücke, ca. 5 Minuten
zu Fuss).
Am nächsten
Morgen starteten wir zu unserem Trip nach Jamestown. Die Strecke
führt aus Rooskey heraus durch zwei mittlere Seen (Lough Bofin
und Lough Boderg ). Vom eigentlichen Verlauf des Shannon führt
kurz vor Drumsna ein Kanal nach Jamestown. Dieser Kanal ist nötig,
da der Shannon selbst zwischen Jamestown und Drumsna nicht schiffbar
ist. Zu Beginn des Kanals muss man durch die Albert Lock. Die gesamte
Anlage um die Schleuse herum ist immer wieder sehenswert, da der
Schleusenwärter Michael Bourke besonderen Wert auf ein gepflegtes
Erscheinungsbild legt. Am Ende des Kanals kann man sowohl links
Richtung Carrick-on-Shannon als rechts nach Jamestown fahren.
Die Strecke
nach Jamestown ist noch ca. 500 m; eine Brücke gibt hier das
Ende des schiffbaren Shannon an. Links vor der Brücke gibt
es für ca. 5 Boote Platz zum anlegen. Wir entschlossen uns,
hier zu übernachten, auch deshalb, weil hier Schleie und Hechte
recht gut beissen! Nach einem Fussmarsch von ca. 5 Minuten erreichten
wir das kleine, verschlafene Dörfchen. In Jamestown befinden
sich zwei Pubs, davon einer mit Essmöglichkeit. Wenn man am
Ortsausgang durch den die Strasse überspannenden Torbogen geht
ist auf der rechten Seite eine Einfahrt zu einem B & B; der
Eigentümer hat auch einen sehr gut sortierten Angelladen und
ist immer zu einem ausführlichen Gespräch über Köder
und Methoden des Angeln bereit. Sollte der Laden geschlossen sein,
einfach am Wohnhaus anschellen.
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Tony, der
Schleusenwärter von Roosky
Der folgende
Tag überraschte uns (allerdings auch die meissten Iren) mit
herrlichem Sonnenschein. Unsere knapp 2 stündige Fahrt führte
uns nach Carrick-on-Shannon. Carrick ist sicherlich einer der
schönsten Orte am Shannon, gross genug um alles was man braucht
zu bekommen, trotzdem immer noch ein wenig "verschlafen"
was sich allerdings in den letzten Jahren schon ein bisschen verändert
hat. Überhaupt war auf dieser Reise zu bemerken, dass ganz
Irland wie aus einem langen Schlaf erwacht zu sein schien, überall
wurde rege gebaut, selbst ältere Häuser wurden neu gestrichen
und alle Orte (nicht nur am Shannon) scheinen die "Sauberkeit"
entdeckt zu haben.
Nach einem
Lunch und zwei Pints Guinness in einem der zahlreichen Pubs fuhren
wir weiter Richtung Norden. Ca 10 Minuten hinter Carrick zweigt
nach links der River Boyle ab; wir folgten aber dem Verlauf des
Shannon und legten nach ca. 1,5 Stunden in Leitrim vor der Brücke
an. Leitrim ist der letzte Ort bevor es auf den Shannon-Erne-Kanal
geht.
Man kann vor
der Brücke rechts (ca. 4-5 Boote) oder nach der Brücke
links (ca. 10 Boote) anlegen. Sanitäre Anlagen (WC und Duschen)
sind vorhanden und in gutem Zustand. Der kleine Hafen nach der
Brücke rechts ist privat und steht somit offiziell nicht
zur Verfügung.

Boyle River
In Leitrim
gibt es einen Lebensmittelladen für das Nötigste und
einige Pubs zum Teil mit Essmöglichkeit. Von unserer Anlegestelle
bis zur "17. Schleuse" des Shannon-Erne-Kanals sind
es ca. 30 Sekunden Fussweg. Zur Erklärung sollte man wissen,
dass die Schleusen im Shannon-Erne-Kanal von der Erne an bei 1
beginnend gezählt werden. Der Kanal hat insgesamt 16 Schleusen
wobei die 16. Schleuse kurz vor Leitrim liegt. David McCarthy,
der Inhaber des Pubs, dass gleich neben der Anlegestelle liegt,
hat sein (in früheren Jahren "etwas heruntergekommenes")
Pub im April 2001 komplett renoviert (sehr gelungen, sollte unbedingt
besucht werden!) und in "Lock 17" umgetauft.
Nach einem
amüsanten Abend in der "17. Schleuse" haben wir
uns gegen 23:00 Uhr zu unserem Boot zurückbegeben.
Nach Sonnenschein folgt Regen und so war das Wetter an nächsten
Morgen "irisch". Wir entschieden uns für einen
Abstecher zum Acres Lake. Der Weg dorthin führt durch einen
schmalen Kanal (für Boote die über 3,70 Meter breit
sind, nicht möglich!!!) parallel zum eigentlichen Flusslauf
des Shannon. Von Leitrim aus in Richtung Carrick-on-Shannon zweigt
nach ca. 300 Metern der Shannon nach rechts ab. Nach weiteren
ca. 500 Metern kommt man zur ersten Schleuse, anschliessend hat
man ziemlich exakt 30 Minuten Fahrt vor sich bis zur zweiten Schleuse
und dann noch einmal 30 Minuten bis zum Acres Lake.
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