Endlich! Nach
einer Woche Rundreise durch Irland mit einem Leihwagen, in der wir
(meine Frau und ich ) einige Freunde besucht haben und die landschaftlichen
Reize von Cavan und Donegal genossen haben, kamen wir am 23.06.
in Banagher an der Marina der SilverLine an.
Nach ausgiebiger
Begrüssung durch das stets freundliche Personal wurde uns unser
Boot, eine Silver Crest (31 Fuss-Klasse, nominell für 6 Personen,
aber ein wunderbares Boot für bis zu 4 Personen) zugewiesen.
Es war 11:00 Uhr und da wir noch auf ein Crewmitglied warten mussten
(mein Schwiegervater kam erst am 23.06. per Flugzeug nach) hatten
wir genügend Zeit, um unser Gepäck auszupacken und die
Koffer anschliessend in der Marina zu deponieren, was aus Platzgründen
sehr angenehm ist. Wir hatten eine zweiwöchige Tour vor uns
und wollten uns Richtung Norden begeben.

Bootstyp Silver
Crest
Gegen 15:00
Uhr starteten wir dann bei leichter Bewölkung zu unserem ersten
Abschnitt Richtung Shannonbridge. Diese Strecke des Shannon eignet
sich hervorragend zum Fischen (flachlaufender Wobbler, da es nicht
sehr tief ist!).
Nach dem wir in Shannonbridge einen günstigen Anlegeplatz (direkt
an der Kaimauer in erster Reihe; es empfiehlt sich wenn möglich,
relativ früh in Shannonbridge anzulegen, da dort nur für
ca. 6-8 Boote Anleger in erster Reihe vorhanden sind, es existiert
aber von Süden kommend kurz vor Shannonbribge ein kleiner Kanal,
der für weitere ca. 6-8 Boote Platz bietet; auf einem "Trampelpfad"
gelangt man auch hier bis in den Ort! ) bekommen hatten, machten
wir uns auf, unser erstes, gezapftes Guinness zu bekommen.
In Shannonbridge
gibt es ein wunderschönes Pub (auf der linken Seite am Ortsausgang
von Shannonbridge) in dem es gerade am Wochenende oft Life-Musik
gibt. Nach einem ordentlichen Pint sind wir zurück zum Boot
wo es anschliessend ans Grillen ging (es ist zu empfehlen einen
einfachen Rundgrill mitzubringen, da in Irland die Preise für
einen Grill doch sehr happig sind). Nach einem ausgiebigen Mahl
und den leider notwendigen "Nacharbeiten" (leider gibt
es keine Spülmaschine an Bord ) beendeten wir den Abend im
besagten Pub, der, mangels Masse, abends Treffpunkt für fast
alle Bootstouristen ist und man daher sowohl mit Einheimischen als
auch mit anderen "Crews" recht schnell ins Gespräch
kommt.
Für den
Sonntag hatten wir (die männlichen Crewmitglieder!) uns vorgenommen
vor der Schleusenpause (13:00 bis 14:00 Uhr) durch die Schleuse
in Athlone zu gelangen, da wir in einem Pub das anstehende Formel
1 Rennen sehen wollten.
Nachdem wir
die Schleuse passiert hatten legten wir an dem neuen, bewachten
Jetty in Athlone an. Zwar ist hier der Fussmarsch zur Innenstadt
etwa 5 Minuten länger, aber in Athlone, das einige Zeit "Probleme"
mit Diebstählen von Gegenständen von Booten hatte, ist
es meiner Meinung nach immer noch beruhigender bei längerer
Abwesenheit das Boot bewacht zu wissen. Wenn man ein bestimmtes
Sportereignis in einem Pub sehen möchte, empfiehlt es sich
immer, in dem Pub nachzufragen, ob das Sportereignis (z. B. Formel
1 Rennen) bis zum Schluss verfolgt werden kann, da es sonst passieren
kann (insbesondere wenn Spiele der Mannschaft des entsprechenden
Countys im Hurling oder Galic-Football anstehen), dass gegen Ende
ein anderer TV-Sender eingeschaltet wird und dann ist es meistens
schwer, die Iren davon zu überzeugen, dass man das Rennen zu
Ende sehen möchte.
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Neuer Anleger
in Athlone
Nachdem
wir den Schumi-Sieg (Ralf) in irischer Runde genossen haben und
uns mit frischem Proviant (in Athlone gibt es im neuen Teil der
Stadt ein riesiges Einkaufszentrum mit hervorragendem Angebot
(Supermarkt mit Fleischtheke, Fast-Food), das auch Sonntags bis
abends geöffnet ist eingedeckt hatten und wieder auf dem
Boot angekommen waren, machten wir uns auf den Weg Richtung Lough
Ree.
Bei leichtem
Wind durchquerten wir den "South Lake" und fuhren nach
Lecarrow. Bei diesem Abstecher ist unbedingt darauf zu achten,
dass die rote Boje (ohne zusätzliche Kennzeichnung!) nach
der Boje Nr. 6 weitläufig umfahren wird. In Lecarrow befindet
sich ein kleiner, abgelegener Hafen, der sehr gut für eine
Übernachtung (ca. 10 grosse Boote der 31 bis 34 Fuss-Klasse
) geeignet ist. An diesem Sonntag wurde der Schutzheilige des
Ortes gefeiert, vor dem Pub (Kelly´s Bar, aus dem Hafen
rechts, 1. Pub auf der Linken Seite) war eine Bühne aufgebaut
und es wurden zu Live-Musik irische Tänze vorgetragen, was
uns einen wunderschönen Abend (Nacht) in irischer Atmosphäre
bescherte. An diesem Abend wurde die Sperrstunde (sonst ca. 23:00
Uhr) ein wenig "ausgeweitet" sodass das Pub erst morgens
gegen 4:00 Uhr geschlossen wurde.

Im Hafen
von Lecarrow
Am folgenden
Montag machten wir uns auf (etwas später als üblich)
den Rest des Lough Ree zu überqueren und wir machten als
nächstes in Lanesborough halt. Die Anlegestellen in Lanesborough
sind für eine Übernachtung nicht unbedingt zu empfehlen,
da sie alle (bis auf einen kleinen, alten Hafen, der für
ca. 4 Boote Platz bietet) mitten im Strom liegen. Nach einem kleinen
Bummel durch Lanesborough legten wir erneut ab. Die
Strecke von Lanesborough nach Tarmonbarry zählt für
mich zu einer der schönsten Angelstrecken auf dem Shannon
und wer möchte, sollte hier einen Blinker oder einen Wobbler
schleppen, in der Regel sollten einige schöne Hechte als
Belohnung dabei zu fangen sein. Kurz vor der Schleuse in Tarmonbarry
mündet der Carmlin River in den Shannon und wir sind dieser
Strecke gefolgt. Nach ca. 100 Metern erreichten wir die Schleuse
vor Clondara / Richmond Harbour. Nach der Schleuse fährt
man durch ein kleines Kanalstück, das wegen der üppigen
Vegetation (die Büsche und Bäume scheinen sich über
dem Kanal zu einer Art Decke zu vereinigen, sodass man dort das
Gefühl hat durch einen Tunnel zu fahren) ein unvergessliches
Erlebnis darstellt.
Man sollte
hier allerdings alles was auf dem Boot über "Kopfhöhe"
herausragt "im Auge" behalten. Am Ende dieses Kanalstücks
fuhren wir nach rechts und legten auf der linken Seite vor der
nächsten Schleuse an. Vor und hinter der Schleuse, die lediglich
eine Hafenzufahrt darstellt, können ca. 6 Boote anlegen.
Sollten
diese Anlegestellen besetzt sein, hat man die Möglichkeit
durch die Schleuse in den "Richmond Harbour" zu gelangen;
hier sind ebenfalls Anlegestellen vorhanden (den Schleusenwärter
für diese Schleuse findet man üblicherweise in dem Pub
am Ende des Hafens!).
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