07.10.2006
Heute wurden wir wieder vom Wetterbericht geweckt, eine halbe Stunde
später nochmals vom Handywecker! Man sollte eben nicht so lange
liegen bleiben!
Matthias rollt sich auf die Seite, ich kann wirklich nicht mehr
schlafen und stehe auf.
Es ist ein Traum-Wetter und ich wasche mir
erst mal die Haare. Dank Heißluft im Bad sind meine Haare
in kürzester Zeit trocken. Jetzt steht auch Matthias auf und
wäscht sich ebenfalls die Haare.
Dann frühstücken wir erst mal ausgiebig.
Heute wollen wir unbedingt angeln und das tun wir auch. Aber obwohl
uns Norbert viele gute Tipps gibt, fangen wir fast nichts. Nur ich
angele, mit einem großen Ausfallschritt nach hinten, den Büschel
Rosmarin auf dem Oberdeck der „Heiga“! Norbert befreit
meine Angel und begibt sich aus Sicherheitsgründen schleunigst
unter Deck!
Später
machen wir noch einen Abstecher in den Lough Key Forrest Park, aber
als unsere Freunde sich auf den Weg zum Lough Allen machen, legen
wir auch ab, Richtung Boyle Harbour.
Unsere Kleine fährt sich wirklich problemlos!
Wind, Strömung, Wellen lassen sich leicht ausgleichen und so
tuckern wir unverzagt über den See. Und genießen die
schöne Aussicht.
Wir erreichen den Hafen von Boyle ziemlich
rasch, auch Anlegen ist kein Problem, obwohl wir ziemlichen Winddruck
haben.
Eine nette Dame mit zwei Hunden nimmt uns im Auto mit in den Ort.
Liebe Güte, das ist ja ganz schön weit! Aber ich habe
noch nie in so einem versifften Auto gesessen!Ha, wir haben Glück,
es ist kurz vor 14 Uhr und der Bauernmarkt ist noch nicht vorüber.
Wir kaufen dreierlei Marmeladen, 2 Kuchen, 1 helles Sodabrot, alles
homemade!
 
Am Käsestand erstehen wir einen Berg verschiedenster
Käse, hauptsächlich Ziegenkäse. Wir führen ein
langes Gespräch mit dem Standbetreiber Jörg, ein Deutscher
der schon 15 Jahre eine Farm in der Nähe von Ballinamore hat
und den Käse selbst herstellt. Der Mann sieht so was von irisch
aus, nie hätten wir gedacht, dass er Deutscher wäre! Während
des Gesprächs kommt noch eine andere Frau dazu und redet ebenfalls
in Deutsch mit uns, sie lebt auch schon viele Jahre hier in Boyle,
und kauft jeden Samstag ihren Käse bei Jörg.
Der Käse schmeckt übrigens ausgezeichnet!
Danach laufen wir noch ein wenig herum. Wir
besichtigen das Zisterzienser-Kloster von außen, denn innen
steht alles voller Gerüste. Um diese anzuschauen geben wir
keine € 4,20 aus.
Im Supermarkt kaufen wir noch dringend benötigte
Dinge wie Bier, Saft, Wasser und Milch und da wir all das unmöglich
zum Schiff schleppen können, ruft uns die Ladenbesitzerin ein
Taxi. Während der Wartezeit unterhalten wir uns mit ihr. Der
Taxifahrer fährt fast das gleiche Auto wie ich und ist auch
sehr freundlich, wir führen ein angeregtes Gespräch über
den irischen Bauboom! Er ärgert sich sehr darüber, dass
man den Hafen so weit außerhalb des Ortes gebaut hat. Die
Fahrt kostet € 5,00. Seine Telefonnummer findet man üblicherweise
auf kleinen Visitenkarten, die an den Türschildern des Servicehäuschens
stecken.
Wir nutzen noch den Pump-out im Hafen und bunkern
frisches Wasser, dann verlassen wir Boyle wieder, denn es soll weiter
aufbrisen. Es weht ein schon ein Wahnsinnswind, aber das Ablegen
funktioniert trotzdem prima.
Wir sind ganz überrascht, wie schnell wir Cootehall erreichen.
Das Lock hat zur Zeit wenig Hub, darum geht das Schleusen sehr flott. 
Bei starkem Wind legen wir am Privatanleger
des Restaurants an. Es ist viel Verkehr heute, man muss höllisch
aufpassen. Wir wandern etwas in Cootehall herum, aber außer
einer riesigen Baustelle mitten im Ort, wo sehr viele neue Reihenhäuser
erstellt werden, gibt es nicht viel zu sehen. Überall stehen
Schilder, dass der Grund und Boden an Baufirmen verkauft wurde,
wer soll nur in die ganzen Häuser einziehen!?
Demnächst wird man nicht mehr durch schöne
Natur fahren, sondern durch Häuserschluchten, denn so wie hier
ist es überall entlang der Wasserwege. In fünf Jahren
wird es keine Eisvögel mehr geben, dann werden die Wasserwege
zugebaut sein! Das ist jedenfalls unser Eindruck! 
Zurück im Boot füttere ich einen heißhungrigen Schwan
durchs Salon-Küchenfenster. Der ist so gierig, dass er gar
nicht abwarten kann und mit einem schnellen Vorstoß durchs
Fenster herzhaft in meinen Daumen beißt.
Matthias hilft noch der Mannschaft eines großen Carrickcraft
Bootes beim Anlegen. Die Leute haben wirklich keine Ahnung von irgendwas
das mit Anlegen zu tun hat und zertrümmern um ein Haar den
Anleger.
Abends gehen wir in das Restaurant Cootehall
Bridge essen. Wir haben gleich nach dem Anlegen eine Reservierung
getätigt und das war auch nötig, denn das Restaurant ist
proppenvoll! Ein wirklich schönes Restaurant, sauber, geschmackvoll
eingerichtet, nettes Personal, sehr gutes Essen, nicht billig!
Danach werfen wir noch einen Blick in den Watersplash-Pub,
aber darin riecht es verschimmelt und wir finden es auch nicht sehr
ansprechend hier, deshalb trinken wir das Guinness lieber auf unserem
gemütlichen Schiffchen. Danach fallen mir dermaßen die
Augen zu, dass ich nur noch mit Mühe den Weg ins Bett finde,
zum Glück ist es nicht weit!
Es war den ganzen Abend noch bis nach Einbruch
der Dunkelheit ein Wahnsinnsverkehr auf dem Boyle, deshalb haben
wir unser Beiboot auf den Steg gezogen. So kann es keinen Krach
machen bei dem starken Wind, denn die Stege sind alle zugeparkt
und wir wollen nicht, dass das Dinghy dauernd gegen unser oder das
Nachbarboot rumpelt. Matthias sitzt noch am Laptop und bearbeitet
seine Mails, ich schlafe schon fest, als er ins Bett kommt. Nachts
ist ein ziemlicher Wind und die Angeln klappern auf Deck, aber das
stört uns nicht wirklich!
Das Wetter heute: Ein schöner Tag! Sonne
und Wolken im Wechsel, aber die Sonne überwog. Zeitweise sehr
windig, aber nicht stürmisch, mild!
08.10.2006
Acht Uhr, ich kann nicht mehr schlafen und stehe auf. Kaum ziehe
ich die Vorhänge in der Küche zurück, stehen die
Schwäne schon wieder Schlange vor dem Küchenfenster, ein
besonders frecher klopft sogar ans Glas!
Ich bereite das Frühstück: Tee, Hot-Cross-Buns, Sodabrot
(vom Markt), den leckeren Käse, verschiedene Marmeladen und
Eier.
Danach machen wir uns sofort auf den Weg zum Lough Allen, denn der
heutige Wetterbericht (um 9 Uhr) sagt, dass es nachmittags aufbrisen
wird.
Diesmal finden wir die Einfahrt problemlos, obwohl die Schrift auf
dem blauen Hinweisschild völlig verblichen ist . Es ist erschütternd,
wie die schöne Landschaft zugebaut wird. Hier in Leitrim ist
es besonders extrem, aber auch in Keshcarrigan, Cootehall, egal
wo, überall wird direkt am Wasser gebaut.
Nach
kurzer Zeit erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein Battlebridge-Lock,
drücken auf den Rufknopf und warten auf den Lockkeeper. Matthias
packt gleich die Angel aus!
Ich mache schon mal Wasser heiß und als
Paddy kommt, trinken wir erst mal zusammen Kaffee an Bord und essen
leckeren Kuchen vom Markt dazu.
Dann beginnt die Fahrt durch den Lough-Allen-Canal
mit seinen Locks. Es ist wunderschön, die Landschaft, die Stille,
jedoch wie lange noch!?
Eine ganze Weile fliegt ein Eisvogel vor uns her, ein blauer Blitz,
der in der Sonne funkelt!
Wir kommen nach Acres Lake. Auch dort die Bauschilder und man sieht
den neuen privaten Hafen, wie eine Bunkeranlage unter den großen
Häusern liegen. Auch in Drumshanbo überall Bauzäune!
Hoffentlich bleibt irgendwo noch ein bisschen Landschaft übrig.
Jetzt ist jedenfalls noch welche da und wir genießen sie aus
ganzem Herzen.
Lough Allen zeigt sich bewegt, doch Paddy meint, wir könnten
ruhig fahren. Also fahren wir auch und unser kleines Schiffchen
stampft tapfer los! Auf der Höhe von Tarmon nehmen die achterlichen
Wellen und der Wind noch einmal zu, aber Matthias kann mit einigem
Gegensteuern das Boot gerade halten und die Wellen absurfen. Nach
55 Minuten kommen wir in Spencer Harbour an. Schon von weitem sehen
wir nur ein Schiff am Anleger, Heiga!
Wir haben Norbert und Bine schon auf ihrem
Dinghy erspäht, sie sind zum Angeln rausgefahren.
Kaum haben wir angelegt, kommen sie heran. Bine hat einen Hecht
gefangen, den soll es zum Abendessen geben, Norbert zeigt mir, wie
man so einen Fisch fachgerecht enthäutet und filetiert.
Mittags
essen wir alle wieder bei uns auf dem Schiff. Reis mit Erbsen und
dazu Rührei mit frischem Schnittlauch aus Norberts „Vorschiffs-Garten“.
Zum Nachtisch gibt es Kaffee und Kuchen. Danach müssen wir
uns erst mal hinlegen. Die frische Luft und die vielen Eindrücke
machen uns immer total müde.
Der späte Nachmittag sieht uns alle beim Angeln und tatsächlich
ist mir das Glück hold, ich fange einen Hecht! Der hätte
den Namen Sardine wirklich verdient, denn er ist noch recht klein
(ca.25 cm) und starr vor Schreck!
Vorsichtig entfernen wir den einen Haken aus seinem Mäulchen
und entlassen ihn wieder in die Fluten. Erleichtert schwimmt er
davon!
Mittlerweile ist es fast dunkel geworden und
wir begeben uns in die Innenräume. Vorher haben wir unser Dinghy
wieder auf den Steg gezogen, damit es uns nachts nicht stört.
Um 20.15 Uhr kommt Norbert mit dem fertig zubereiteten
Hecht und mit Bine, das Essen kann beginnen. Im Radio läuft
sehr schöne klassische Musik, da schmeckt das Essen noch mal
so gut, Norbert hat köstlich gekocht. Zum Nachtisch gibt es
drei Sorten Käse vom Markt, dann zweierlei Schokolade.
Es wird ein langer, unterhaltsamer Abend!
Das Wetter heute: Vormittags sehr schön,
später eintrübend aber kaum Regen. Abends noch einige
Tröpfchen, aber kaum der Rede wert. Schöner Vollmond,
sehr windig!
09.10.2006
Wir werden von der Sonne wachgeküsst, es ist Superwetter! Blauer
Himmel, nahezu wolkenlos, fast windstill!
Wir frühstücken ausgiebig. Die neue Marmelade vom Markt,
Orange mit Pfirsich, schmeckt ausgezeichnet, vor allem auf Pancakes.
Nach
dem Frühstück müssen wir uns leider von Bine und
Norbert verabschieden. Es ist Zeit, sich langsam auf den Heimweg
zu machen!
Heute der Rückweg durch den Lough Allen
bis Battlebridge-Lock und morgen die Schleuserei im SEW, abends
müssen wir schon in Ballinamore sein, schade!
Aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken.
Nach 50-minütiger, ruhiger Rückfahrt über den See
legen wir als einziges Boot in Drumshanbo an und trinken erst mal
in Ruhe Kaffee. Dann fahren wir mit dem Dinghy an den Schwimmsteg
gegenüber.
Dort werfen wir die Angeln aus und hoffen!
Es ist sehr still hier, die Sonne scheint von einem wolkenlosen
Himmel, so muss Urlaub sein! Uupps, fast hätte ich Matthias’
Ohr geangelt, das war knapp!!!
Tatsächlich fängt heute Matthias
den Hecht! Ein fast 70 cm großer Kerl, der den Haken zum Glück
ziemlich weit oben sitzen hat. Wir müssen ihn nur erst mal
aus dem Keschernetz auswickeln, dann ist er schnell befreit. Noch
ein Foto, Matthias will, dass ich ihn festhalte, und schon darf
er wieder davonschwimmen.
Danach
macht sich bei uns beiden der Hunger breit und wir rudern zum Schiff
zurück. Ich bereite Steaks mit Pfannengemüse zu, das geht
schnell und damit habe ich die Möhren, Zwiebeln und restlichen
Erbsen verbraucht.
Da wir bereits für 16.30 Uhr mit Paddy
zum Schleusen verabredet sind, verzichten wir auf den Mittagsschlaf
und laufen stattdessen nach Drumshanbo.
Die Hauptstraße ist erstaunlich lang.
Es gibt drei Supermärkte: Gleich vorne direkt in der Tankstelle
ein kleiner Mace, dann genau in der Ortsmitte ein großer Gala
und 100 m weiter rechts gegenüber vom Café ein schöner
Centra-Laden, für den wir uns
entscheiden, nachdem wir im Café leckeren Schokoladenkuchen
gegessen und Cappuccino getrunken haben. In diesem Café bekommt
man auch frische Sandwiches und andere kleine Speisen. Alles sieht
sehr ordentlich aus und der Kuchen wird appetitlich angerichtet
serviert.
Matthias
und ich plauschen noch kurz mit einer älteren Dame, die das
Klima in Drumshanbo nicht gut für alte Menschen findet, da
viel zu feucht. Sie spürt es in allen Knochen, sagt sie.
Im Centra kaufen wir nur noch Rashers, Eier und einen Joghurt, mehr
brauchen wir nicht mehr.
Jetzt müssen wir uns aber sputen, Paddy
soll nicht warten und wir wollen noch duschen vor der Abfahrt. Matthias
zieht das geräumige (sehr saubere) Duschhäuschen vor,
ich das warme Badezimmer im Schiff. Ist zwar etwas eng, aber man
kann den großen Duschvorhang fast rundum ziehen, ich klemme
ihn im Schränkchen und hinter dem Spiegel ein.
So wird nur das Waschbecken nass. Da wir morgen
schon abfahren, entschließe ich mich, doch noch alles abzuduschen,
dann ist das Bad schön sauber. Mit Hilfe der Warmluftdüse
sind auch meine Haare wieder schnell trocken.
Kaum
sind wir fertig, steht schon Paddy parat und wir fahren in die Schleuse
ein. Er begrüßt uns herzlich und dann geht es turbomäßig
in die Tiefe. Im Vergleich zu den Schleusen des SEW sind die drei
Schleusen des Lough-Allen-Canal die reinsten Express-Aufzüge!
Der Kanal zeigt sich in sonniger Schönheit. Wir fahren wieder
mit offenem Dach und hochgeklappten Fenstern, nur Flybridge ist
schöner! Auf weiten Strecken begleitet uns der Eisvogel. Wie
ein blauer Edelstein saust er vor uns her, bis er kurz vor Battlebridge-Lock
wendet und über uns davonfliegt. Hoffentlich bleibt ihm sein
Lebensraum noch lange erhalten!
Wir verabschieden uns von Paddy, der nach Hause
in den wohlverdienten Feierabend fährt. Wir legen gleich hinter
dem Lock an und verbringen hier die Nacht. Zuerst angeln wir noch
ein wenig – erfolglos - in der untergehenden Sonne. Dann bereite
ich das Abendessen: Boxty kleingeschnitten, Rashers in der Pfanne
geröstet, mit verschlagenen Eiern übergossen und Norberts
Schnittlauch, alles stocken lassen, dazu Tomatensalat, lecker!
Nach dem Essen überfällt mich wieder
mal eine bleierne Müdigkeit. Ich muss mich sofort zehn Minuten
hinlegen, sonst bin ich nicht mehr in der Lage, das Logbuch auf
den neuesten Stand zu bringen! Dank des Wetterberichtes, den mir
Holger jeden Morgen aufs Handy schickt, wissen wir, dass das Wetter
morgen nicht ganz so schön sein wird wie heute, aber es soll
erst abends regnen, keine schlechten Aussichten.
Nordkorea hat einen Atomtest gemacht und Kofi
Annan wurde durch einen Südkoreaner ersetzt, das passt ja prima
zusammen!
Im Radio ist heute Schumann –Abend, wunderbare
Musik. Und dank der super Lautsprecher in unserem Boot klingt das
auch sehr schön. Deshalb verzichten wir auf den Pub-Besuch
und trinken das Guinness lieber in unserem gemütlichen Schiff
in angenehmer Atmosphäre.
Matthias schaut die Mails durch und auch ich werfe einen kurzen
Blick in die Foren. Das Shannon-Forum ist wieder voll des Lebens….
Heute ist Matthias der Müdere und verschwindet
um 23.10 Uhr im Bett, aber auch ich halte nicht viel länger
aus und folge zehn Minuten später.
Das Wetter heute: Spitze!
10.10.2006
An unserem letzten Fahrtag werden wir ziemlich früh wach und
sind völlig ausgeschlafen! Es ist wieder Superwetter! Matthias
erzählt mir, dass er sich nachts auf der Toilette fast ins
Nasse gesetzt hat, weil das Sea-Lock wohl offen war und die Toilettenschüssel
voll Wasser gelaufen ist! Ich hab mich fast kaputtgelacht!
Wir frühstücken in Ruhe, packen die
Angeln weg und fahren los. Vor Leitrim halten wir Ausschau nach
dem Weg zur Abzweigung in den SEW. Wir sind aber auch vorgewarnt
worden, denn vor der Abzweigung nach Leitrim haben sich schon viele
geirrt und sind an der kleinen Insel links vorbei und direkt auf
die lauernden Felsen aufgefahren! Die Beschilderung mit Markern
ist an dieser Stelle äußerst missverständlich!
Erstaunlicherweise gibt es in Leitrim freie
Parkplätze am Public-Jetty. Das müssen wir ausnützen!
Wir legen geschwind an und machen uns landfein.
Jetzt können wir uns die vielen neuen Häuser ja mal aus
der Nähe anschauen. Liebe Güte, alle Leitungen und Abwasserrohre
sind außen angebracht, als Design-Element!
Da können die Iren nur hoffen, dass es
nie friert, oder dass nie jemand auf dumme Gedanken kommt! Ansonsten
sehen die Wohnungen sehr hübsch aus, könnten uns auch
gefallen, mit dem Privathafen direkt vor der Nase, da hat man immer
was zu gucken.
Leitrim selbst gibt wirklich nicht viel her, ein netter kleiner
Ort, die Pubs sehen gut aus! Aber wir gehen jetzt erst mal Kaffee
trinken und Sandwiches essen im Riverside-Restaurant.
Die Kaffeeportion ist so riesig, wir schaffen
es nicht, unsere Kanne leer zu trinken, es ist zu viel! Es ist hübsch
in gelb eingedeckt und das Personal ist sehr freundlich, wir hören
im Radio eine Sendung über irische öffentliche Toiletten!
Sehr amüsant!
So
langsam müssen wir wieder los, denn wir haben Bernard versprochen,
bis 18 Uhr in der Marina zu sein, wir haben ihn gebeten, uns die
Boote zu zeigen. Selbst Schleusen macht mehr Spaß bei diesem
Traumwetter!
Um kurz vor 14 Uhr legen wir in Keshcarrigan
an und stellen schnell fest, dass hier alle Pubs und Restaurants
geschlossen sind. Kochen wir halt selber! Nudeln mit leicht scharfer
Tomatensoße und zum Nachtisch frisch gepflückte Brombeeren
mit Joghurt. Matthias hat alle Vorsichts-maßnahmen ergriffen,
beim Pflücken am Lock ?. Nach diesem reichlichen Essen können
wir uns nur noch mühsam motivieren! Aber wir müssen um
18 Uhr bei Locaboat sein, also los! Der Kanal zeigt sich in seiner
ganzen Pracht. 
Einige Büsche und Bäume haben sich
schon verfärbt und andere erscheinen rot, bei genauem Hinsehen
erkennt man, dass sie über und über voll roter Früchte
hängen. Wunderschön!
Leider sind alle Schleusen geschlossen bis auf eine und wir müssen
jede einzelne schließen und rauf, bzw. runterfahren.
Das kostet uns enorm viel Zeit. Zum Trost fliegt wieder ein Eisvogel
über lange Strecken mit uns.

Schlag 18 Uhr laufen wir im Hafen von Locaboat
ein. Wir lassen uns alle Schiffe zeigen, aber außer unserem
reißt uns keins so richtig vom Hocker.
Doch es stellt sich heraus, dass es die 935R jetzt auch mit Stoffbezügen
gibt. Nach und nach werden wohl alle Boote dieser Baureihe umgerüstet.
Sogar die Matratzen sind mit dem gleichen Stoff bezogen und auch
die Vorhänge wurden darauf abgestimmt. Der grüne Stoff
wirkt wirklich sehr hochwertig, wenn auch in unseren Augen etwas
dunkel und bieder. Man kann den Look aber sicher mit einer hellen
Tischdecke aufpeppen!
Nach dem Abendessen (Reste) steht Kofferpacken
auf dem Programm. Puh, wie ich das hasse! Wir haben uns ganz schön
verteilt. Zum Glück haben wir aber nicht allzu viel dabei und
deshalb sind wir dann doch relativ schnell fertig und begeben uns
Richtung Dorfmitte. Es nieselt für kurze Zeit.
Wir gehen die Hauptstraße einmal rauf
und runter, an Pubs mangelt es hier wahrlich nicht! Leider läuft
fast überall der Fernseher auf voller Lautstärke. So landen
wir schließlich in „The poor scholar“. Dieses
Pub habe ich schon auf Fotos gesehen. Dort sitzen wir gemütlich
an der Theke, das offene Kaminfeuer im Rücken prasselt leise,
wir fühlen uns hier sehr wohl.
Gegen 22.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg,
ich will noch Logbuch schreiben und Matthias seine Mails abrufen.
Aber wie üblich fallen uns ziemlich schnell die Augen zu und
wir kriechen in die Kojen. Ich stelle noch den Handywecker auf 7.30
Uhr und schon sind wir ins Traumland abgetaucht.
Das Wetter heute: Wieder super! Abends recht
kühl, später kurzer Nieselregen.
11.10.2006
Matthias Wecker dudelt wieder fröhlich um 6.20 Uhr irischer
Zeit! Es ist so schön, wenn man noch eine Stunde weiterschlafen
kann!
Aber huch, Minuten später geht mein Handywecker los, hektisch
drücke ich auf irgendeine Taste. Matthias brummt unwillig!
Ich habe wohl gestern im Tran die falsche Zeit programmiert, also
noch mal eine Stunde weiterstellen. Als uns die gleiche nervige
Melodie erneut aus dem Schlaf reißt, müssen wir leider
aufstehen.
Wir frühstücken noch mal in aller Ruhe, vermissen wieder
mal die fehlenden Eierbecher. Nächstes Mal kaufen wir irgendwelche
billigen.
Die letzten Dinge werden verpackt, dann gehe
ich ins Büro, die Abrechnung erledigen. Nach einem sehr kurzen
Check des Bootes müssen wir € 80,- für 25 Betriebstunden
zahlen. Das kommt uns nicht übermäßig viel vor.
Anteilsmäßig ist das sogar weniger, als bei unserer Chief
im April, bezogen auf die Anzahl der Stunden. Allerdings war dieses
Boot hier ja auch viel kleiner.
Matthias und Bernard fachsimpeln noch ein wenig
über Boote und unsere Pläne im April Einweg nach Banagher
zu fahren, dann kommt auch schon der Bus, ein ziemlich großer
Bus! Aha, wir müssen noch Passagiere in Carrick-on-Shannon
abholen, bei ESL und CC. Wir fahren noch mal den SEW entlang, den
wir gestern in entgegengesetzter Richtung gefahren sind, dann durch
Carrick, wo wir auch erst vor ein paar Tagen herumgelaufen sind
– das Pub, der Angelladen, der Supermarkt, das Restaurant
– nächstes Jahr wieder!
Der Bus wird tatsächlich fast voll, eine
bunte Mischung haben wir jetzt: Franzosen, Holländer, Deutsche,
alle scheinen sehr müde zu sein, es ist ziemlich still im Bus.
Die meisten Leute schlafen. Die Fahrt zieht sich ewig hin, obwohl
wir auf der N4 fahren, die größtenteils autobahnähnlich
ausgebaut ist.
Wir fahren ein Stück am Shannon entlang.
Das sieht auch gut aus, wir werden das alles hoffentlich im April
genauer kennen lernen.
Um 12.35 Uhr erreichen wir den Flughafen. Es
ist für Fußgänger gar nicht so einfach, vom Parkplatz
zum Terminal zu kommen. Überall sind Teerarbeiten im Gange
und stehen Gitterzäune im Weg. Wir haben unser Gepäck
auf einen Trolley geladen, aber die Randsteine sind nicht abgesenkt,
also müssen wir auf der Straße bleiben, denn wir kommen
nicht mehr auf den Bürgersteig rauf.
Im Terminal gehen wir zu einer der grünen Fast-Check-In-Maschinen,
das ist wirklich ganz einfach, und geben hinterher unser sehr schweres
Gepäck (2-3 kg Übergewicht!) am Gepäckschalter ab.
Noch das Angelgepäck zahlen und abgeben, fertig!
Jetzt haben wir noch genügend Zeit zum
Bummeln und Essen gehen. Im Terminal B gibt es die schöneren
Geschäfte und Restaurants, finden wir. Natürlich mit den
gleichen hohen Preisen!
Das Gate in dem wir diesmal auf den Abflug warten müssen ist
sauber und hell, kein Vergleich zum letzten Mal!
Unser
Flugzeug hat beim Abflug eine leichte Verspätung, die der Pilot
auch nicht mehr ausgleichen kann, aber was macht das schon!
Nachdem wir im Urlaub kaum an zuhause gedacht
haben, drehen sich auf dem Rückflug unsere Gespräche hauptsächlich
um kommende Termine und zu erledigende Dinge.
In Frankfurt wartet schon unser Nachbar auf uns und um 20.30 Uhr
sind wir wieder daheim, leider!
Das Wetter heute: Nicht mehr ganz so strahlend,
aber recht schön. In Frankfurt warm, 18°C um 19.30 Uhr!
Fazit der Reise:
Es war ein kurzer, aber erholsamer Urlaub, der den Alltag in weite
Ferne rücken ließ. Dank der perfekten Planung durch Shannon-Travel
hat alles wieder reibungslos geklappt! Die 935 R war überraschend
gut zu manövrieren und für Zwei ein perfektes Boot mit
einer nahezu perfekten Ausstattung. Wir würden sie gerne im
April wieder nehmen, falls wir die Einweg-Tour nach Banagher damit
machen dürfen.
(c)2006, Text und Fotos: Martina Friebel
Alle Rechte vorbehalten.
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