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Mit einer Locaboat 935R unterwegs! (Teil 2)
von Martina Friebel

07.10.2006
Heute wurden wir wieder vom Wetterbericht geweckt, eine halbe Stunde später nochmals vom Handywecker! Man sollte eben nicht so lange liegen bleiben!
Matthias rollt sich auf die Seite, ich kann wirklich nicht mehr schlafen und stehe auf.

Es ist ein Traum-Wetter und ich wasche mir erst mal die Haare. Dank Heißluft im Bad sind meine Haare in kürzester Zeit trocken. Jetzt steht auch Matthias auf und wäscht sich ebenfalls die Haare.

Dann frühstücken wir erst mal ausgiebig. Heute wollen wir unbedingt angeln und das tun wir auch. Aber obwohl uns Norbert viele gute Tipps gibt, fangen wir fast nichts. Nur ich angele, mit einem großen Ausfallschritt nach hinten, den Büschel Rosmarin auf dem Oberdeck der „Heiga“! Norbert befreit meine Angel und begibt sich aus Sicherheitsgründen schleunigst unter Deck!

Später machen wir noch einen Abstecher in den Lough Key Forrest Park, aber als unsere Freunde sich auf den Weg zum Lough Allen machen, legen wir auch ab, Richtung Boyle Harbour.

Unsere Kleine fährt sich wirklich problemlos! Wind, Strömung, Wellen lassen sich leicht ausgleichen und so tuckern wir unverzagt über den See. Und genießen die schöne Aussicht.

Wir erreichen den Hafen von Boyle ziemlich rasch, auch Anlegen ist kein Problem, obwohl wir ziemlichen Winddruck haben.


Eine nette Dame mit zwei Hunden nimmt uns im Auto mit in den Ort. Liebe Güte, das ist ja ganz schön weit! Aber ich habe noch nie in so einem versifften Auto gesessen!Ha, wir haben Glück, es ist kurz vor 14 Uhr und der Bauernmarkt ist noch nicht vorüber. Wir kaufen dreierlei Marmeladen, 2 Kuchen, 1 helles Sodabrot, alles homemade!

 

 

 

 

 

 

 

Am Käsestand erstehen wir einen Berg verschiedenster Käse, hauptsächlich Ziegenkäse. Wir führen ein langes Gespräch mit dem Standbetreiber Jörg, ein Deutscher der schon 15 Jahre eine Farm in der Nähe von Ballinamore hat und den Käse selbst herstellt. Der Mann sieht so was von irisch aus, nie hätten wir gedacht, dass er Deutscher wäre! Während des Gesprächs kommt noch eine andere Frau dazu und redet ebenfalls in Deutsch mit uns, sie lebt auch schon viele Jahre hier in Boyle, und kauft jeden Samstag ihren Käse bei Jörg.
Der Käse schmeckt übrigens ausgezeichnet!

Danach laufen wir noch ein wenig herum. Wir besichtigen das Zisterzienser-Kloster von außen, denn innen steht alles voller Gerüste. Um diese anzuschauen geben wir keine € 4,20 aus.

Im Supermarkt kaufen wir noch dringend benötigte Dinge wie Bier, Saft, Wasser und Milch und da wir all das unmöglich zum Schiff schleppen können, ruft uns die Ladenbesitzerin ein Taxi. Während der Wartezeit unterhalten wir uns mit ihr. Der Taxifahrer fährt fast das gleiche Auto wie ich und ist auch sehr freundlich, wir führen ein angeregtes Gespräch über den irischen Bauboom! Er ärgert sich sehr darüber, dass man den Hafen so weit außerhalb des Ortes gebaut hat. Die Fahrt kostet € 5,00. Seine Telefonnummer findet man üblicherweise auf kleinen Visitenkarten, die an den Türschildern des Servicehäuschens stecken.

Wir nutzen noch den Pump-out im Hafen und bunkern frisches Wasser, dann verlassen wir Boyle wieder, denn es soll weiter aufbrisen. Es weht ein schon ein Wahnsinnswind, aber das Ablegen funktioniert trotzdem prima.
Wir sind ganz überrascht, wie schnell wir Cootehall erreichen. Das Lock hat zur Zeit wenig Hub, darum geht das Schleusen sehr flott.

 

 

 

 

 

 

 

Bei starkem Wind legen wir am Privatanleger des Restaurants an. Es ist viel Verkehr heute, man muss höllisch aufpassen. Wir wandern etwas in Cootehall herum, aber außer einer riesigen Baustelle mitten im Ort, wo sehr viele neue Reihenhäuser erstellt werden, gibt es nicht viel zu sehen. Überall stehen Schilder, dass der Grund und Boden an Baufirmen verkauft wurde, wer soll nur in die ganzen Häuser einziehen!?

Demnächst wird man nicht mehr durch schöne Natur fahren, sondern durch Häuserschluchten, denn so wie hier ist es überall entlang der Wasserwege. In fünf Jahren wird es keine Eisvögel mehr geben, dann werden die Wasserwege zugebaut sein! Das ist jedenfalls unser Eindruck!

 

 

 

 

 

 

 


Zurück im Boot füttere ich einen heißhungrigen Schwan durchs Salon-Küchenfenster. Der ist so gierig, dass er gar nicht abwarten kann und mit einem schnellen Vorstoß durchs Fenster herzhaft in meinen Daumen beißt.
Matthias hilft noch der Mannschaft eines großen Carrickcraft Bootes beim Anlegen. Die Leute haben wirklich keine Ahnung von irgendwas das mit Anlegen zu tun hat und zertrümmern um ein Haar den Anleger.

Abends gehen wir in das Restaurant Cootehall Bridge essen. Wir haben gleich nach dem Anlegen eine Reservierung getätigt und das war auch nötig, denn das Restaurant ist proppenvoll! Ein wirklich schönes Restaurant, sauber, geschmackvoll eingerichtet, nettes Personal, sehr gutes Essen, nicht billig!

Danach werfen wir noch einen Blick in den Watersplash-Pub, aber darin riecht es verschimmelt und wir finden es auch nicht sehr ansprechend hier, deshalb trinken wir das Guinness lieber auf unserem gemütlichen Schiffchen. Danach fallen mir dermaßen die Augen zu, dass ich nur noch mit Mühe den Weg ins Bett finde, zum Glück ist es nicht weit!

Es war den ganzen Abend noch bis nach Einbruch der Dunkelheit ein Wahnsinnsverkehr auf dem Boyle, deshalb haben wir unser Beiboot auf den Steg gezogen. So kann es keinen Krach machen bei dem starken Wind, denn die Stege sind alle zugeparkt und wir wollen nicht, dass das Dinghy dauernd gegen unser oder das Nachbarboot rumpelt. Matthias sitzt noch am Laptop und bearbeitet seine Mails, ich schlafe schon fest, als er ins Bett kommt. Nachts ist ein ziemlicher Wind und die Angeln klappern auf Deck, aber das stört uns nicht wirklich!

Das Wetter heute: Ein schöner Tag! Sonne und Wolken im Wechsel, aber die Sonne überwog. Zeitweise sehr windig, aber nicht stürmisch, mild!

08.10.2006
Acht Uhr, ich kann nicht mehr schlafen und stehe auf. Kaum ziehe ich die Vorhänge in der Küche zurück, stehen die Schwäne schon wieder Schlange vor dem Küchenfenster, ein besonders frecher klopft sogar ans Glas!
Ich bereite das Frühstück: Tee, Hot-Cross-Buns, Sodabrot (vom Markt), den leckeren Käse, verschiedene Marmeladen und Eier.

Danach machen wir uns sofort auf den Weg zum Lough Allen, denn der heutige Wetterbericht (um 9 Uhr) sagt, dass es nachmittags aufbrisen wird.

Diesmal finden wir die Einfahrt problemlos, obwohl die Schrift auf dem blauen Hinweisschild völlig verblichen ist . Es ist erschütternd, wie die schöne Landschaft zugebaut wird. Hier in Leitrim ist es besonders extrem, aber auch in Keshcarrigan, Cootehall, egal wo, überall wird direkt am Wasser gebaut.

Nach kurzer Zeit erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein Battlebridge-Lock, drücken auf den Rufknopf und warten auf den Lockkeeper. Matthias packt gleich die Angel aus!

Ich mache schon mal Wasser heiß und als Paddy kommt, trinken wir erst mal zusammen Kaffee an Bord und essen leckeren Kuchen vom Markt dazu.

Dann beginnt die Fahrt durch den Lough-Allen-Canal mit seinen Locks. Es ist wunderschön, die Landschaft, die Stille, jedoch wie lange noch!?
Eine ganze Weile fliegt ein Eisvogel vor uns her, ein blauer Blitz, der in der Sonne funkelt!


Wir kommen nach Acres Lake. Auch dort die Bauschilder und man sieht den neuen privaten Hafen, wie eine Bunkeranlage unter den großen Häusern liegen. Auch in Drumshanbo überall Bauzäune! Hoffentlich bleibt irgendwo noch ein bisschen Landschaft übrig. Jetzt ist jedenfalls noch welche da und wir genießen sie aus ganzem Herzen.

Lough Allen zeigt sich bewegt, doch Paddy meint, wir könnten ruhig fahren. Also fahren wir auch und unser kleines Schiffchen stampft tapfer los! Auf der Höhe von Tarmon nehmen die achterlichen Wellen und der Wind noch einmal zu, aber Matthias kann mit einigem Gegensteuern das Boot gerade halten und die Wellen absurfen. Nach 55 Minuten kommen wir in Spencer Harbour an. Schon von weitem sehen wir nur ein Schiff am Anleger, Heiga!

Wir haben Norbert und Bine schon auf ihrem Dinghy erspäht, sie sind zum Angeln rausgefahren.
Kaum haben wir angelegt, kommen sie heran. Bine hat einen Hecht gefangen, den soll es zum Abendessen geben, Norbert zeigt mir, wie man so einen Fisch fachgerecht enthäutet und filetiert.

Mittags essen wir alle wieder bei uns auf dem Schiff. Reis mit Erbsen und dazu Rührei mit frischem Schnittlauch aus Norberts „Vorschiffs-Garten“.
Zum Nachtisch gibt es Kaffee und Kuchen. Danach müssen wir uns erst mal hinlegen. Die frische Luft und die vielen Eindrücke machen uns immer total müde.
Der späte Nachmittag sieht uns alle beim Angeln und tatsächlich ist mir das Glück hold, ich fange einen Hecht! Der hätte den Namen Sardine wirklich verdient, denn er ist noch recht klein (ca.25 cm) und starr vor Schreck!
Vorsichtig entfernen wir den einen Haken aus seinem Mäulchen und entlassen ihn wieder in die Fluten. Erleichtert schwimmt er davon!

Mittlerweile ist es fast dunkel geworden und wir begeben uns in die Innenräume. Vorher haben wir unser Dinghy wieder auf den Steg gezogen, damit es uns nachts nicht stört.

Um 20.15 Uhr kommt Norbert mit dem fertig zubereiteten Hecht und mit Bine, das Essen kann beginnen. Im Radio läuft sehr schöne klassische Musik, da schmeckt das Essen noch mal so gut, Norbert hat köstlich gekocht. Zum Nachtisch gibt es drei Sorten Käse vom Markt, dann zweierlei Schokolade.
Es wird ein langer, unterhaltsamer Abend!

Das Wetter heute: Vormittags sehr schön, später eintrübend aber kaum Regen. Abends noch einige Tröpfchen, aber kaum der Rede wert. Schöner Vollmond, sehr windig!

09.10.2006
Wir werden von der Sonne wachgeküsst, es ist Superwetter! Blauer Himmel, nahezu wolkenlos, fast windstill!
Wir frühstücken ausgiebig. Die neue Marmelade vom Markt, Orange mit Pfirsich, schmeckt ausgezeichnet, vor allem auf Pancakes.

Nach dem Frühstück müssen wir uns leider von Bine und Norbert verabschieden. Es ist Zeit, sich langsam auf den Heimweg zu machen!

Heute der Rückweg durch den Lough Allen bis Battlebridge-Lock und morgen die Schleuserei im SEW, abends müssen wir schon in Ballinamore sein, schade!

Aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken. Nach 50-minütiger, ruhiger Rückfahrt über den See legen wir als einziges Boot in Drumshanbo an und trinken erst mal in Ruhe Kaffee. Dann fahren wir mit dem Dinghy an den Schwimmsteg gegenüber.

Dort werfen wir die Angeln aus und hoffen! Es ist sehr still hier, die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel, so muss Urlaub sein! Uupps, fast hätte ich Matthias’ Ohr geangelt, das war knapp!!!

Tatsächlich fängt heute Matthias den Hecht! Ein fast 70 cm großer Kerl, der den Haken zum Glück ziemlich weit oben sitzen hat. Wir müssen ihn nur erst mal aus dem Keschernetz auswickeln, dann ist er schnell befreit. Noch ein Foto, Matthias will, dass ich ihn festhalte, und schon darf er wieder davonschwimmen.

Danach macht sich bei uns beiden der Hunger breit und wir rudern zum Schiff zurück. Ich bereite Steaks mit Pfannengemüse zu, das geht schnell und damit habe ich die Möhren, Zwiebeln und restlichen Erbsen verbraucht.

Da wir bereits für 16.30 Uhr mit Paddy zum Schleusen verabredet sind, verzichten wir auf den Mittagsschlaf und laufen stattdessen nach Drumshanbo.

Die Hauptstraße ist erstaunlich lang. Es gibt drei Supermärkte: Gleich vorne direkt in der Tankstelle ein kleiner Mace, dann genau in der Ortsmitte ein großer Gala und 100 m weiter rechts gegenüber vom Café ein schöner Centra-Laden, für den wir uns
entscheiden, nachdem wir im Café leckeren Schokoladenkuchen gegessen und Cappuccino getrunken haben. In diesem Café bekommt man auch frische Sandwiches und andere kleine Speisen. Alles sieht sehr ordentlich aus und der Kuchen wird appetitlich angerichtet serviert.

Matthias und ich plauschen noch kurz mit einer älteren Dame, die das Klima in Drumshanbo nicht gut für alte Menschen findet, da viel zu feucht. Sie spürt es in allen Knochen, sagt sie.
Im Centra kaufen wir nur noch Rashers, Eier und einen Joghurt, mehr brauchen wir nicht mehr.

Jetzt müssen wir uns aber sputen, Paddy soll nicht warten und wir wollen noch duschen vor der Abfahrt. Matthias zieht das geräumige (sehr saubere) Duschhäuschen vor, ich das warme Badezimmer im Schiff. Ist zwar etwas eng, aber man kann den großen Duschvorhang fast rundum ziehen, ich klemme ihn im Schränkchen und hinter dem Spiegel ein.

So wird nur das Waschbecken nass. Da wir morgen schon abfahren, entschließe ich mich, doch noch alles abzuduschen, dann ist das Bad schön sauber. Mit Hilfe der Warmluftdüse sind auch meine Haare wieder schnell trocken.

Kaum sind wir fertig, steht schon Paddy parat und wir fahren in die Schleuse ein. Er begrüßt uns herzlich und dann geht es turbomäßig in die Tiefe. Im Vergleich zu den Schleusen des SEW sind die drei Schleusen des Lough-Allen-Canal die reinsten Express-Aufzüge!

Der Kanal zeigt sich in sonniger Schönheit. Wir fahren wieder mit offenem Dach und hochgeklappten Fenstern, nur Flybridge ist schöner! Auf weiten Strecken begleitet uns der Eisvogel. Wie ein blauer Edelstein saust er vor uns her, bis er kurz vor Battlebridge-Lock wendet und über uns davonfliegt. Hoffentlich bleibt ihm sein Lebensraum noch lange erhalten!

Wir verabschieden uns von Paddy, der nach Hause in den wohlverdienten Feierabend fährt. Wir legen gleich hinter dem Lock an und verbringen hier die Nacht. Zuerst angeln wir noch ein wenig – erfolglos - in der untergehenden Sonne. Dann bereite ich das Abendessen: Boxty kleingeschnitten, Rashers in der Pfanne geröstet, mit verschlagenen Eiern übergossen und Norberts Schnittlauch, alles stocken lassen, dazu Tomatensalat, lecker!

Nach dem Essen überfällt mich wieder mal eine bleierne Müdigkeit. Ich muss mich sofort zehn Minuten hinlegen, sonst bin ich nicht mehr in der Lage, das Logbuch auf den neuesten Stand zu bringen! Dank des Wetterberichtes, den mir Holger jeden Morgen aufs Handy schickt, wissen wir, dass das Wetter morgen nicht ganz so schön sein wird wie heute, aber es soll erst abends regnen, keine schlechten Aussichten.

Nordkorea hat einen Atomtest gemacht und Kofi Annan wurde durch einen Südkoreaner ersetzt, das passt ja prima zusammen!

Im Radio ist heute Schumann –Abend, wunderbare Musik. Und dank der super Lautsprecher in unserem Boot klingt das auch sehr schön. Deshalb verzichten wir auf den Pub-Besuch und trinken das Guinness lieber in unserem gemütlichen Schiff in angenehmer Atmosphäre.
Matthias schaut die Mails durch und auch ich werfe einen kurzen Blick in die Foren. Das Shannon-Forum ist wieder voll des Lebens….

Heute ist Matthias der Müdere und verschwindet um 23.10 Uhr im Bett, aber auch ich halte nicht viel länger aus und folge zehn Minuten später.

Das Wetter heute: Spitze!

10.10.2006
An unserem letzten Fahrtag werden wir ziemlich früh wach und sind völlig ausgeschlafen! Es ist wieder Superwetter! Matthias erzählt mir, dass er sich nachts auf der Toilette fast ins Nasse gesetzt hat, weil das Sea-Lock wohl offen war und die Toilettenschüssel voll Wasser gelaufen ist! Ich hab mich fast kaputtgelacht!

Wir frühstücken in Ruhe, packen die Angeln weg und fahren los. Vor Leitrim halten wir Ausschau nach dem Weg zur Abzweigung in den SEW. Wir sind aber auch vorgewarnt worden, denn vor der Abzweigung nach Leitrim haben sich schon viele geirrt und sind an der kleinen Insel links vorbei und direkt auf die lauernden Felsen aufgefahren! Die Beschilderung mit Markern ist an dieser Stelle äußerst missverständlich!

Erstaunlicherweise gibt es in Leitrim freie Parkplätze am Public-Jetty. Das müssen wir ausnützen! Wir legen geschwind an und machen uns landfein.

Jetzt können wir uns die vielen neuen Häuser ja mal aus der Nähe anschauen. Liebe Güte, alle Leitungen und Abwasserrohre sind außen angebracht, als Design-Element!

Da können die Iren nur hoffen, dass es nie friert, oder dass nie jemand auf dumme Gedanken kommt! Ansonsten sehen die Wohnungen sehr hübsch aus, könnten uns auch gefallen, mit dem Privathafen direkt vor der Nase, da hat man immer was zu gucken.
Leitrim selbst gibt wirklich nicht viel her, ein netter kleiner Ort, die Pubs sehen gut aus! Aber wir gehen jetzt erst mal Kaffee trinken und Sandwiches essen im Riverside-Restaurant.

Die Kaffeeportion ist so riesig, wir schaffen es nicht, unsere Kanne leer zu trinken, es ist zu viel! Es ist hübsch in gelb eingedeckt und das Personal ist sehr freundlich, wir hören im Radio eine Sendung über irische öffentliche Toiletten! Sehr amüsant!

So langsam müssen wir wieder los, denn wir haben Bernard versprochen, bis 18 Uhr in der Marina zu sein, wir haben ihn gebeten, uns die Boote zu zeigen. Selbst Schleusen macht mehr Spaß bei diesem Traumwetter!

Um kurz vor 14 Uhr legen wir in Keshcarrigan an und stellen schnell fest, dass hier alle Pubs und Restaurants geschlossen sind. Kochen wir halt selber! Nudeln mit leicht scharfer Tomatensoße und zum Nachtisch frisch gepflückte Brombeeren mit Joghurt. Matthias hat alle Vorsichts-maßnahmen ergriffen, beim Pflücken am Lock ?. Nach diesem reichlichen Essen können wir uns nur noch mühsam motivieren! Aber wir müssen um 18 Uhr bei Locaboat sein, also los! Der Kanal zeigt sich in seiner ganzen Pracht.

Einige Büsche und Bäume haben sich schon verfärbt und andere erscheinen rot, bei genauem Hinsehen erkennt man, dass sie über und über voll roter Früchte hängen. Wunderschön!

Leider sind alle Schleusen geschlossen bis auf eine und wir müssen jede einzelne schließen und rauf, bzw. runterfahren.
Das kostet uns enorm viel Zeit. Zum Trost fliegt wieder ein Eisvogel über lange Strecken mit uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlag 18 Uhr laufen wir im Hafen von Locaboat ein. Wir lassen uns alle Schiffe zeigen, aber außer unserem reißt uns keins so richtig vom Hocker.
Doch es stellt sich heraus, dass es die 935R jetzt auch mit Stoffbezügen gibt. Nach und nach werden wohl alle Boote dieser Baureihe umgerüstet. Sogar die Matratzen sind mit dem gleichen Stoff bezogen und auch die Vorhänge wurden darauf abgestimmt. Der grüne Stoff wirkt wirklich sehr hochwertig, wenn auch in unseren Augen etwas dunkel und bieder. Man kann den Look aber sicher mit einer hellen Tischdecke aufpeppen!

Nach dem Abendessen (Reste) steht Kofferpacken auf dem Programm. Puh, wie ich das hasse! Wir haben uns ganz schön verteilt. Zum Glück haben wir aber nicht allzu viel dabei und deshalb sind wir dann doch relativ schnell fertig und begeben uns Richtung Dorfmitte. Es nieselt für kurze Zeit.

Wir gehen die Hauptstraße einmal rauf und runter, an Pubs mangelt es hier wahrlich nicht! Leider läuft fast überall der Fernseher auf voller Lautstärke. So landen wir schließlich in „The poor scholar“. Dieses Pub habe ich schon auf Fotos gesehen. Dort sitzen wir gemütlich an der Theke, das offene Kaminfeuer im Rücken prasselt leise, wir fühlen uns hier sehr wohl.

Gegen 22.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg, ich will noch Logbuch schreiben und Matthias seine Mails abrufen. Aber wie üblich fallen uns ziemlich schnell die Augen zu und wir kriechen in die Kojen. Ich stelle noch den Handywecker auf 7.30 Uhr und schon sind wir ins Traumland abgetaucht.

Das Wetter heute: Wieder super! Abends recht kühl, später kurzer Nieselregen.

11.10.2006
Matthias Wecker dudelt wieder fröhlich um 6.20 Uhr irischer Zeit! Es ist so schön, wenn man noch eine Stunde weiterschlafen kann!
Aber huch, Minuten später geht mein Handywecker los, hektisch drücke ich auf irgendeine Taste. Matthias brummt unwillig! Ich habe wohl gestern im Tran die falsche Zeit programmiert, also noch mal eine Stunde weiterstellen. Als uns die gleiche nervige Melodie erneut aus dem Schlaf reißt, müssen wir leider aufstehen.
Wir frühstücken noch mal in aller Ruhe, vermissen wieder mal die fehlenden Eierbecher. Nächstes Mal kaufen wir irgendwelche billigen.

Die letzten Dinge werden verpackt, dann gehe ich ins Büro, die Abrechnung erledigen. Nach einem sehr kurzen Check des Bootes müssen wir € 80,- für 25 Betriebstunden zahlen. Das kommt uns nicht übermäßig viel vor. Anteilsmäßig ist das sogar weniger, als bei unserer Chief im April, bezogen auf die Anzahl der Stunden. Allerdings war dieses Boot hier ja auch viel kleiner.

Matthias und Bernard fachsimpeln noch ein wenig über Boote und unsere Pläne im April Einweg nach Banagher zu fahren, dann kommt auch schon der Bus, ein ziemlich großer Bus! Aha, wir müssen noch Passagiere in Carrick-on-Shannon abholen, bei ESL und CC. Wir fahren noch mal den SEW entlang, den wir gestern in entgegengesetzter Richtung gefahren sind, dann durch Carrick, wo wir auch erst vor ein paar Tagen herumgelaufen sind – das Pub, der Angelladen, der Supermarkt, das Restaurant – nächstes Jahr wieder!

Der Bus wird tatsächlich fast voll, eine bunte Mischung haben wir jetzt: Franzosen, Holländer, Deutsche, alle scheinen sehr müde zu sein, es ist ziemlich still im Bus. Die meisten Leute schlafen. Die Fahrt zieht sich ewig hin, obwohl wir auf der N4 fahren, die größtenteils autobahnähnlich ausgebaut ist.

Wir fahren ein Stück am Shannon entlang. Das sieht auch gut aus, wir werden das alles hoffentlich im April genauer kennen lernen.

Um 12.35 Uhr erreichen wir den Flughafen. Es ist für Fußgänger gar nicht so einfach, vom Parkplatz zum Terminal zu kommen. Überall sind Teerarbeiten im Gange und stehen Gitterzäune im Weg. Wir haben unser Gepäck auf einen Trolley geladen, aber die Randsteine sind nicht abgesenkt, also müssen wir auf der Straße bleiben, denn wir kommen nicht mehr auf den Bürgersteig rauf.
Im Terminal gehen wir zu einer der grünen Fast-Check-In-Maschinen, das ist wirklich ganz einfach, und geben hinterher unser sehr schweres Gepäck (2-3 kg Übergewicht!) am Gepäckschalter ab. Noch das Angelgepäck zahlen und abgeben, fertig!

Jetzt haben wir noch genügend Zeit zum Bummeln und Essen gehen. Im Terminal B gibt es die schöneren Geschäfte und Restaurants, finden wir. Natürlich mit den gleichen hohen Preisen!
Das Gate in dem wir diesmal auf den Abflug warten müssen ist sauber und hell, kein Vergleich zum letzten Mal!

Unser Flugzeug hat beim Abflug eine leichte Verspätung, die der Pilot auch nicht mehr ausgleichen kann, aber was macht das schon!

Nachdem wir im Urlaub kaum an zuhause gedacht haben, drehen sich auf dem Rückflug unsere Gespräche hauptsächlich um kommende Termine und zu erledigende Dinge.
In Frankfurt wartet schon unser Nachbar auf uns und um 20.30 Uhr sind wir wieder daheim, leider!

Das Wetter heute: Nicht mehr ganz so strahlend, aber recht schön. In Frankfurt warm, 18°C um 19.30 Uhr!


Fazit der Reise:
Es war ein kurzer, aber erholsamer Urlaub, der den Alltag in weite Ferne rücken ließ. Dank der perfekten Planung durch Shannon-Travel hat alles wieder reibungslos geklappt! Die 935 R war überraschend gut zu manövrieren und für Zwei ein perfektes Boot mit einer nahezu perfekten Ausstattung. Wir würden sie gerne im April wieder nehmen, falls wir die Einweg-Tour nach Banagher damit machen dürfen.

(c)2006, Text und Fotos: Martina Friebel
Alle Rechte vorbehalten.


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(c) 2006, Stefan Kupner