5.
Tag
Von Rooskey aus (das davor ersparen wir uns hier - war ja jeden
morgen dasselbe mit Schurke) fuhren wir ab mittags wieder retour.
Diesmal in einem durch bis nach "Cootehall". Wir machten
am privaten Anleger von "Manfreds-Restaurant" fest. Der
öffentliche war schon besetzt. Die Nacht verbrachten wir dort.
Obwohl das Restaurant geschlossen war, fehlte es uns an nichts.
Spät nachts waren plötzlich 2 Personen
auf dem Schwimmanleger. Auf Kapteins Anfrage hin (in Englisch) ob
es denn keine Probleme gibt wenn wir hier übernachten, wies
ihn Bam-Bam gleich höflich zurecht; Zitat: Rede doch deutsch
mit ihm, ist ja ein Deutscher. Und prompt es stimmte (der andere
war Irländer). Ein Aussteiger, der in Irland Schwimmstege konstruiert
und verkauft.
Nach und nach verzog sich die Crew in ihre Kojen. Schurke schlief
schon vor Ankunft der erwähnten Beiden auf der Couch (bekam
von all dem nichts mehr mit), bis schließlich Kaptein als
letzter die Gäste mit einem allerletzten Schluck zum Boot hinausbegleitete.
6.
Tag
Von "Cootehall" machten wir uns auf den Weg zum "Lough-Key"
wo wir am Anleger beim Forest-Park festmachten. Nach einigen interessanten
Fischfang-Erkundungsfahrten kamen Schurke und Hape mit Smutje fast
unverrichteter Dinge (das Essen war auf jeden Fall gesichert) wieder
zurück. Kaptein spazierte derweil mal ein bisschen den Forest-Park
ab um vom Aussichtsturm aus einige Fotos zu schiessen. Leider war
dieser verschlossen.
Plötzlich hörte Kaptein laute Musik und wunderte sich
woher die denn nur kam. Je näher er zum Boot kam umso lauter
wurde die Musik. Da war alles klar. Unser Bam-Bam alleine zurückgelassen
tanzte wie wild auf dem Boot nach Irish-Folk-Music, die Lautstärke
war voll aufgedreht, wahrscheinlich waren auch schon einige Paddy
intus.
So ca. 15.00 Uhr zogen wir es vor diesen beschaulichen Ort in Richtung
"Leitrim" zu verlassen. Kaum dort festgemacht verabschiedete
sich Bam-Bam ins "Lock 17", einem ca. 50 Meter vom Anleger
entfernten Pub, wo sich dann nachts die gesamte Crew bis spät
nach 24.00 Uhr im Freien mit einigen Einheimischen vergnügte.
7.
Tag
Von "Leitrim" aus tuckerten wir nachdem wir erstmals Wasser
nachgefüllt hatten in Richtung "Lough-Drumharlow".
Kurz vor der Oberleitung ankerten wir etwas abseits der Fahrrinne
- immer mit 2 Mann am Bug um die Tiefe auszuloten, wir wollten ja
nicht auf Grund laufen. Überraschenderweise funktionierte das
Ankern problemlos, wir glaubten es kaum, aber der Anker hielt. Zur
Sicherheit liessen wir Bam-Bam zurück. Er sollte uns sofort
Signal geben falls der Anker sich doch noch löste. Aber er
hielt. Dort trafen wir uns auch wieder mit Schurke - na ihr wisst
schon. Wieder zog es uns in die Beiboote. Diesmal Hape mit Smutje
und Kaptein mit Schurke. Nach einem erfolgreichen Fischer-Tag fuhren
wir abends nach "Carrick" um dort die Stadt unsicher zu
machen.
Erstaunt musste Kaptein feststellen, der derweil auf einen Techniker
von "ESL" wartete, welcher die Heizung die schon seit
2 Tagen nicht mehr ging und die ja eh keiner brauchte, zu reparieren,
dass sich seine Crew plötzlich aus dem Staub gemacht hatte
um in irgendeinem Pub die Vorräte an Guinness und Paddy zu
testen. Kaptein zog es vor auf dem Boot zu bleiben um nicht nachts
endlos in Carrick umherzuirren um seine verschwundenen "schwarzen
Schäflein" zu suchen. Hätte auch nicht viel Sinn
gemacht bei der Anzahl der Pubs. Irgendwann nachts kam dann der
erste Trupp, noch ordentlich zu Fuß, zurück. Der zweite
Trupp trudelte irgendwann nach 24.00 Uhr ein.
8. Tag
Wie
immer war Schurke früh morgens mit dem Beiboot zum Fischen
unterwegs. Smutje und Hape folgten ihm etwas später. Kaptein
zog es vor die Stadt "Carrick" mal am Tag und im nüchternen
Zustand zu erkunden. Nachmittags traf man sich dann in einem gemütlichen
Pub. Zuvor aber musste Kaptein das Boot noch voll tanken und anschließend
auschecken. Nach getaner Arbeit, das heisst die Klamotten noch schnell
einpacken, das Boot so gut es ging vom 1-wöchigen Dreck zu
befreien,
erhielten wir endlich die nötigen Guinness
und Paddy im Pub. Schlaf- oder anders -trunken fielen wir dann nachts
um 2.00 Uhr in unsere Kojen. Irland in der letzten Nacht noch mal
so richtig genossen.
9. Tag
Als um 8.00 Uhr die ganze Crew vom Flughafenzubringer abgeholt wurde
begann die Sehnsucht fürs Jahr 2005 um sich zu greifen. Fast
wortlos ertrugen wir die 2 ½ stündige Fahrt nach Dublin
wo wir sofort (ohne noch ein Abschieds-Guinness trinken zu können)
in den schon wartenden Flieger nach Frankfurt stiegen. Auf dem selben
Wege wie wir gekommen waren ging es auch wieder zurück.
Zu Hause angekommen blieb nur noch eines: In den
Erinnerungen an die vergangene Woche und in Vorfreude auf das Jahr
2005 in Irland zu schwelgen.
Nachwort:
Selten wie nie empfing uns Irland mit strahlendem Sonnenschein.

In der ganzen Woche ging so gut wie kein Lüftchen.
Der Shannon, dunkel wie immer, war fast immer so glatt wie ein Babypopo.
Nur einmal (7. auf die 8. Nacht) hatten wir ca. 1 Stunde lang leichten
Regen. So wie wir empfangen wurden, hat uns das immer so schlecht
nachgesagte irische Wetter auch wieder verabschiedet - mit strahlendem
Sonnenschein.
Wir freuen uns auf jeden Fall schon wieder aufs
nächste Irlandabenteuer, wie das Wetter auch immer mitspielen
möchte.
Irland wir lieben dich!
P.S.:
- Fotos kommen ausschließlich aus eigener
Quelle.
- Alkohol wurde nur nach dem Anlegen und Abends
konsumiert
- Fische die gefangen und nicht verspeist wurden
sind schonend in den Shannon bzw. seine Seen zurückgesetzt
worden. Gegessen wurden nur kleinere Hechte (zw. 50 u. 70 cm).
- Die Reisegeschwindigkeit betrug max. 2000 U/min.
Bei an Ufern sitzenden Einheimischen Fischern drosselten wir den
Motor sofort, schon bei deren Sichtung bis zum Minimum, dasselbe
auch in schmalen Passagen.
So hoffen wir auch, dass viele oder am besten alle
Irland-Touris das so machen, denn wir wollen ja alle wieder zurück
um die herzliche zuvorkommende Gastfreundschaft der Iren und die
tolle Flora und Fauna weiterhin genießen zu können.
So long, der Gute Geist der 5 "IRRLÄNDER"
(c)2004, Text und Fotos: Marc Jungbauer.
Alle Rechte vorbehalten.
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