Nachdem wir
vier Tage mit einem Leihwagen in Irland unterwegs waren, sollten
wir gegen 16.00 Uhr unsere Carlow erhalten. Da wir schon recht früh
in Banagher ankamen, nutzten wir die Sonne noch am Freibad aus.
Die nötigen Einkäufe hatten wir bereits in Birr getätigt,
mussten aber feststellen, dass wir diese hätten auch problemlos
in Banagher erledigen können. Um 15.30 Uhr konnten wir unser
Boot einrichten, und um 16.00 Uhr erhielten wir unsere Einweisung.
Am Spätnachmittag versuchte, eine 7-köpfige Männertruppe
aus Westfalen neben uns anzulegen. Bei diesem Manöver haben
sie sich jedoch heftig in die Haare bekommen. Aber beim späteren
Bier, schien wieder alles in Ordnung zu sein. Abends haben wir das
empfohlene JJ Hough's besucht und vorher im Fynn's unser "dinner"
eingenommen.
16. August
2001:
Heute
begann nun unsere große Tour über den Shannon. Nach diversen
Erledigungen legten wir Richtung Norden ab. Anfangs mussten wir
uns an unser neues Gefährt sehr gewöhnen, so dass unser
erster Anlegeversuch in Clonmacnois nicht ohne Probleme ablief.
Dank der freundlichen Hilfe anderer "Bootsleute" haben
wir es dann doch aber geschafft. Selbstverständlich sahen wir
uns die alten Steine von Clonmacnois an und waren davon sehr beeindruckt.
Danach ging es weiter zu den Inner Lakes.

Boot der Carlow-Klasse
In Athlone haben
wir vorher noch unsere erste Schleuse gemeistert. Nachdem wir in
den Lough Ree einfuhren, hatten wir einige Orientierungsprobleme,
Quigley's Marina zu finden. Aber als wir einem anderen Boot folgten,
hatten wir es einfacher. Stevie, herzlichen Dank für diesen
tollen Tipp. Man kann diesen Liegeplatz nur empfehlen. Auch die
Killinure Chalets haben wir aufgesucht und dort zwei Murphys getrunken.
Gegessen wurde aber zum ersten Mal auf dem Boot. Es gab Nudeln mit
einer leckeren Soße. Auch wenn es zwischenzeitlich einige
Regenschauer gab, so war es doch ein recht sonniger und schöner
Tag.
17. August
2001:
Gestartet
waren wir heute bei dunstigem Wetter über den Lough Ree. Es
war schon ein merkwürdiges Gefühl, über einen der
großen Seen zu fahren. Nach einiger Zeit wurde die Sicht aber
immer besser und auch die Sonne guckte zwischen den Wolken hervor.
Jedoch mussten wir uns während der Überfahrt mit Schwärmen
von Gewittertierchen herumplagen, die uns Anlass gaben, beim nächsten
Zwischenstopp in Lanesborough ein Insektenvernichtungsmittel zu
kaufen und unser Boot damit einzusprühen. Nebenbei kauften
wir noch notwendige Lebensmittel und versorgten uns mit Bargeld.
Dann ging es
weiter nach Tarmonbarry, wo der zweite Schleusengang auf uns wartete
und wir knapp unter der nicht hochgefahrene Brücke durchkamen.
Direkt hinter der Schleuse in Roosky haben wir unser Nachtlager
aufgeschlagen, da alle weiteren Anlegestellen bereits belegt waren.
Mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass unsere Biervorräte
zu Neige gingen. Der Kapitän höchstpersönlich sorgte
noch rechtzeitig vor Ladenschluss für Nachschub. Während
dieser Zeit hatte Sandra Besuch von einem Golden Redriever, der
vor dem Boot wartete, um gestreichelt zu werden. Selbstverständlich
hat Sandra diesen Wunsch erfüllt, so dass das Abendessen mit
Verzögerung auf den Tisch kam. Trotzdem schmeckte uns das Rührei
mit Schinken. Abends ging es noch in das Pub Weir Lodge.
18. August
2001:
Heute
Morgen hatten wir in Roosky unsere Vorräte ergänzt, da
wir in Kilglass übernachten wollten. Nach unseren Einkäufen
machten wir uns auf den Weg. Da wir mit der kleinen Carlow unterwegs
waren, mussten wir in Roosky nicht darauf warten, dass die Brück
geöffnet wurde. In Dromod tankten wir erst einmal Wasser nach.
Danach fuhren wir auf ein Bier nach Grange. Dort fing es an zu regnen.
In Kilglass angekommen hätten wir gerne die Sonne und die schöne
Landschaft genossen, aber das Wetter hatte sich nicht gebessert.
Wer einen abgelegenen Liegeplatz sucht, der ist hier genau richtig.
Aufgrund der Wetterverhältnisse entschlossen wir uns, in Dromod
zu übernachten. In Kilglass war nun der Wendepunkt unserer
Tour und wir machten uns durch die engen Flussläufe durch Schilff
auf die Rückfahrt.
Am späten
Nachmittag legten wir an einem der wenigen freien Liegeplätze
in Dromod an. Jedoch kamen im laufe des Abends noch so viele Boote,
dass sogar fünf nebeneinander lagen. Nach einer warmen Dusche
wurden heute Steaks mit Salat serviert. Um den Bratengeruch aus
unserem Boot zu bekommen, mussten wir trotz Regens alle Fenster
öffnen. Zum Abschluss des Tages gingen wir auf einige Biere
in Jimmy's Bar, die ca. fünf Minuten vom Hafen entfernt liegt.
19. August
2001:
Heute
wurden wir von der Sonne geweckt. Wir füllten unser Wasser
nach und machten uns auf den Weg zum Lough Ree. Vor der geschlossenen
Schleuse in Roosky kamen wir als zweites Boot an, so dass wir noch
am Anleger festmachen konnten. Nach und nach kamen immer mehr Boote,
die vor der Schleuse kreisen mussten, was für einige mit Problemen
verbunden war.
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Dromod Harbour
Auch eine rote Markierung wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Nachdem die Schleuse öffnete, konnten wir mit vier weiteren
Booten einfahren. Das war ein Gedränge.
Nach der Schleuse
ging es Richtung Tarmonbarry. Dort kamen wir aus unserer Fünfergruppe
als letztes Boot an. Vor der geschlossenen Brücke in Tarmonbarry
warteten jedoch die anderen auf die Durchfahrt. Wir nutzten den
Vorteil der kleinen Carlow und fuhren wieder knapp unter die Brücke
hindurch und waren so die Ersten in der Schleuse. Gegen 14.00
Uhr kamen wir in Lanesborough an und entschlossen uns, im Hafen
zu übernachten. Am Spätnachmittag
hatten wir noch die Sonne genossen, bevor wir unsere selbstgemachten
Sandwiche aßen. Zum Abschluss des Tages gingen wir noch
auf eine schnelles Bier in ein Pub.
20. August
2001:
Und
schon wieder schien die Sonne. Heute mussten wir über den
Lough Ree. Wir hatten den Eindruck, dass der See im Vergleich
zur ersten Überquerung unruhiger war. Nach einer kurzen Zeit
kam uns ein Boot entgegen, das die Überfahrt aufgrund der
Wellen abgebrochen hatte. Da wir jedoch unseren Zeitplan hatten,
versuchten wir unser Glück. Bei schönem Wetter und etwas
Wellengang klappte die Fahrt ganz gut. Wie auch bei der ersten
Überfahrt, hatten wir auch diesmal wieder kleine Probleme,
uns an den Bojen zu orientieren.
In Athlone
hatten wir ein wenig "Pech", da wir Punkt 13.00 Uhr
vor der Schleuse ankamen und dort die Mittagspause begann. Diese
Unterbrechnung unserer Fahrt nutzten wir zu einem Besuch in Sean's
Pub.
Danach ging
es weiter Richtung Shannon Bridge, wo schon alle Anlegeplätze
belegt waren, so dass wir in zweiter Reihe anlegen mussten. Nach
einiger Zeit fuhr jedoch noch ein Boot ab, und wir konnten unsere
Carlow an die Mauer ziehen. Später kamen noch zwei größere
Schiffe, die neben uns anlegten. Wir fühlten uns etwas eingeengt.

Schleuse in Athlone
Heute gab
es Spaghetti. Abends gingen wir in Killeen's Pub und trafen Angelika,
Patrick und Gerd wieder. Die Hamburger hatten wir zum ersten Mal
in Dromod getroffen. Heute spielte im Pub eine Liveband, so dass
der angrenzende Tante-Emma-Laden weiteren Platz für die vielen
Gäste schaffte. Als wir zum Boot zurückkehrten wurde
es windig und wir waren froh, nicht in dritter Reihe zu liegen.
21. August
2001:
Nach
einer windigen Nacht (wir glaubten, wir würden von den anderen
zwei Booten zerdrückt), begann es auch noch zu regnen. Heute
gönnten wir uns die Zeit, zu einem ausgiebigen Frühstück
und legten um 10.30 Uhr ab. Wir fuhren nun Richtung Banagher.
Dort waren wir so früh, so dass wir noch eine Ehrenrunde
nach Meelick drehten.
Nach unserer
Rückkehr meldeten wir uns in der Marina. Als am Nachmittag
das Wetter schöner wurde, brachten wir die Carlow auf Vordermann.
Anschließend hatten wir noch Zeit, in der Sonne zu sitzen.
Abends gab es zum letzten Mal Steaks mit Salat. Bevor wir zur
letzten Tour ins JJ Hough's gingen, statteten wir dem Vine House,
das mit seinem Biergarten einen netten Eindruck machte, einen
Besuch ab. Im JJ Hough's gab es wieder Livemusik und die Stimmung
war klasse. Wir saßen wieder mit den Hamburgern zusammen
und sahen noch viele weitere bekannte Gesichter vom Shannon.
22. August
2001:
Nach
unseren letzten Nacht auf der Carlow hatten wir unsere Sachen
in einen Corsa gepackt. Danach verabschiedeten wir uns von Angelika,
Patrick und Gerd, die bis Samstag noch unbedingt einen Hecht fangen
wollten. Wir hatten nun noch drei Tage mit einem Leihwagen vor
uns und waren uns einig, dass wir eine tolle Tour auf dem Shannon
erlebt hatten.
Allgemeine
Anmerkungen:
Sowie
die theoretische als auch die praktische Kurzeinweisung bei Carrick
Craft war in englischer Sprache. Dabei wies man uns darauf hin,
dass es nicht erlaubt sei, in Athlone zu übernachten und
nach Lecarrow zu fahren.
Samstags am
Flughafen trafen wir die Hamburger wieder. Gerd hatte noch seinen
Hecht gefangen.
Fazit:
Auf
unserer Tour über den Shannon haben wir viele nette und hilfsbereite
Leute getroffen. Gerade wir Anfänger waren ja für jede
Hilfe und jeden Tipp dankbar.
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