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Bordleben
von Peter Kondler

Wir begleiten eine vierköpfige Familie (Papa, Mama, Werner, 15 Jahre und die 13-jährige Petra) einen Tag ein Stück ihres Weges, von Roosky nach dem Kilglass Lough. Es ist 7.30 in der Früh, die Sonne scheint, das Boot liegt am linken Ufer zwischen Schleuse und Hubbrücke in Roosky. Papa ist bereits auf. Er hat schon je eine Kanne Kaffee und Tee gekocht (das kann er). Um die anderen nicht zu wecken, macht er einen kleinen Spaziergang hoch zur Brücke und sieht sich den Ort an.

Bei seiner Rückkehr ist Werner wach und auch die holde Weiblichkeit gibt Lebenszeichen von sich. Also steht dem täglichen Motorcheck nichts mehr im Weg. Öl, Kühlwasser und Krautfilter - das war’s schon. Trinkwasser muß noch nachgefüllt werden, aber das machen die beiden Männer später, während das weibliche Personal zum Einkaufen unterwegs ist.


Hubbrücke in Roosky

08.45: Alle sind inzwischen frisch gewaschen, haben schon ein Tässchen Tee oder Kaffee getrunken und Mama ruft zum Frühstück. Während Eier und Speck weggeputzt werden, wird das Tagesziel beratschlagt. Die Eltern wollen heute nur relaxen. Das Jungvolk möchte auch etwas „Action“. Läßt sich vereinbaren - Tagesziel Kilglass Lough. In Kilglass gibt es nur einen kleinen Krämerladen - das heißt noch Einkaufen in Roosky für das Abendessen und morgige Frühstück. Also wird das Boot an die Anlegestelle an der Brücke verlegt. Direkt beim Supermarkt. Hier gibt es auch einen Wasserhahn, der Trinkwassertank kann aufgefüllt werden. Der Dieseltank ist noch halb voll - Werner hat es mit dem Peilstab gemessen. Und in Carrick kann ja wieder Diesel gebunkert werden.

Um 10 Uhr ist alles erledigt, die Crew vollzählig an Bord und auf geht’s. Das Boot ist niedrig, so daß die Hubbrücke kein Hindernis darstellt. Während Mama und Petra noch beim Abwasch sind und später „klarschiff“ und „reinschiff“ machen wollen, steuert Werner das Boot in geruhsamer Marschfahrt gen Norden.


Brücke bei Carnadoe Quay

Papa guckt dabei ab und zu nach dem Rechten, studiert dabei aber die Navigationskarte mit den Carranadoe Waters. Steuerbord bleibt der Hafen von Dromod liegen (hier will man bei der Rückfahrt Station machen).

Durch die Enge von Derrycarne und schon ist man auf dem Lough Boderg. Papa hat mit Hilfe des Fernglases die Einfahrt zu den Carnadoe Waters ausgemacht („2 Strich backbord voraus“). Schon hinter der Einfahrt beginnt ein Slalom durch enges Gewässer. Man muß genau aufpassen, wo die nächsten Marker stehen. Aber Werner bleibt cool - no problem. Noch unter einer uralten Steinbrücke hindurch und man ist mitten in einer faszinierenden Wasserlandschaft. Auch hier ist Kurvenfahrt angesagt.

Mama und Petra sind mit der „Hausarbeit“ fertig („heute abend seid aber ihr dran“) und sonnen sich auf dem Vordeck. Durch den Carrigeen Cut wird besonders langsam gefahren und nun kommt eine Schilfinsel in Sicht. Auf dem einzigen Baum sitzen Kormorane wie die Tannenzapfen. Fotoapparat her!

Klar voraus ist nun auch schon der hölzerne Anlegesteg in Sicht. Da noch kein anderes Boot angelegt hat, darf Werner das Anlegemanöver fahren und Papa hantiert mit den Leinen. Alles klappt vorzüglich, Mama und Petra brauchen gar nicht einzugreifen.


Der Anleger von Kilglass


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