Endlich
sollte es soweit sein. Immer wieder haben wir die Planungen für
einen Irlandurlaub umgeworfen. Nach einer nicht so gelungenen Fahrt
auf dem Canal du Midi im Jahr 2002 waren wir fest entschlossen, es
dieses Jahr zu zweit allein auf dem Shannon zu versuchen. Wir wollten
1 Woche auf dem Shannon von Norden nach Süden, und 1 Woche ein
Haus im Süden mieten um uns dort noch umzuschauen. Schnell war
der entsprechende Anbieter gefunden und die Buchungen unter Dach und
Fach.
Es ging von Carrick on Shannon nach Portumna, dort
Übernahme eines Leihwagens und weiter zu einem reizenden kleinen
Haus, welches wir übers Internet gefunden hatten, nach Killaloe.
Leider sind wir erst danach auf die Website "Shannon-Info.de"
gestoßen. Aber hier konnten wir uns sehr umfangreich informieren
und Dank der zahlreichen Hinweise und Tipps auf dieser Seite war
die Reise ein voller Erfolg. Wir sind genauso infiziert von Irland
wie viele andere auch, und beginnen schon jetzt wieder, in kleinem
Umfang, mit der Planung der Reise im nächsten Jahr.
28.06.2003:
Unsere freundlichen Nachbarn von Haus Nr. 7 fuhren uns, mit Hund,
zum HBF nach Mannheim. Von dort nach Frankfurt ging reibungslos.
Beim Einchecken kam eine weniger erfreuliche Nachricht, wir haben
Verspätung. Diese summierte sich schließlich auf 1,5
Stunden, also in Gedanken die Route schon umgestellt.
Nach angenehmem Bustransfer
kamen wir gegen 16.45 in Carrick on Shannon an. Die Bootsübernahme
klappt einwandfrei. Unsere Erstaustattung Lebensmittel war an Bord.
Die Einweisung ist, zumindest bei Emerald Star, eine Zumutung. Ein
junger Bursche von vielleicht 16 oder 17 Jahren, kam, erklärte
uns in sehr schlecht verständlichem Englisch das Boot und wollte
verschwinden. Nur auf unseren ausdrücklichen Wunsch hin fand
überhaupt eine Probefahrt statt. Anscheinend geht man dort
davon aus, dass das Ansehen des Videos zum Führen eines Bootes
genügt. Gegen 18.00 Uhr haben wir uns entschlossen, doch noch
loszufahren, um wenigstens dem Ansturm morgen Früh an Albert
Lock zu entgehen.
Herrliche
Landschaften zogen gemächlich an uns vorbei. Wir waren ganz
begeistert von dem wunderschönen Anblick der sich uns bot.
Fast hätte ich die Einfahrt zum Jamestown-Canal übersehen,
aber dank der GPS-Karte die Willi Messner dem Forum zur Verfügung
stellte, kamen wir nicht vom richtigen Weg ab.
Der Kanal ist ziemlich schmal,
und es kamen uns einige Boote entgegen, von denen eines mit 3 jungen
Iren besetzt, scheinbar probieren wollten wie weit wir nach rechts
ausweichen können, Beim vorbeifahren sahen wir die Batterie
Bierdosen und uns war alles klar. Nach diesem kleinen Schreck kam
dann die Schleuse in Sicht. In Anbetracht der fortgeschrittenen
Zeit, es war mittlerweile gegen 20.00 Uhr, haben wir, erstaunlicher
Weise, ohne Probleme vor der Schleuse anlegt, aber nach einem entsprechenden
Hinweis der netten Schleusenwärterin auf den zu erwartenden
Verkehrslärm, haben wir die Schleuse hinter uns gebracht, und
unterhalb angelegt. Unsere Klamotten ausgepackt, den ersten "Einlaufsherry"
genossen, und von den vorbestellten Lebensmitteln unser erstes Abendessen
auf dem Shannon zubereitet.
29.06.2003:
Nach einer ruhigen Nacht, die nur gestört wurde, durch irische
Jugendliche, die nicht in der Lage waren ihr Boot richtig festzumachen,
sind wir gegen 8.30 Uhr aufgebrochen. Das Wetter, wie gestern, sonnig,
mit ziemlich Wind, ermöglichte das fahren vom Außensteuerstand.
Über den Lough Boderg, in die Carnadoe-Waters ist ein Abstecher,
der unbedingt zu empfehlen ist. Durchs Schilf ist es zwar ab und
an etwas schmal, und da der Weg Zickzack führt etwas schwierig,
aber die herrliche Landschaft und die Ruhe entschädigen für
die kleine Mühe.
Nachdem
der Versuch, bereits um 11.30 Uhr im Hafen von Dromod einen Anlegeplatz
zu finden, fehlschlug, sind wie weitergefahren bis Roosky. Nachdem
auf unserem Dampfer der Hinweis angebracht war, dass u.a. die Brücke
für unser Boot geöffnet werden muss, hatte Marianne doch
einige Bedenken, als ich zielstrebig auf diese zusteuerte, Aber
Dank dem Wissen aus Peters CD wusste ich, dass wir ohne weiteres
durchpassen. Vor der Schleuse von Tony beendeten wir unsere heutige
Etappe. Fast hätten wir beim Anlegen "Mann über Bord"
üben können. Im Ort waren wir Vorräte auffüllen,
und haben uns dann nach der Mittagspause köstlich über
den Ansturm in der Schleuse amüsiert. Leider können ganz
offensichtlich viele Bootsfahrer nicht lesen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung
zwischen Brücke und Schleuse auf 5 km wird fast gar nicht beachtet,
sodass wir ganz schön ins schwanken gerieten. Anschließend
auf unserem Oberdeck die Sonne genossen.
30.06.2003:
Es regnet! In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Dieser Regen
begleitete uns den ganzen Tag. Das befürchtete Chaos an Tonys
Schleuse blieb, wahrscheinlich wegen des Wetters, aus. Ganz in Ruhe
konnten wir, mit einer Penichette, die Schleuse passieren, außer,
dass uns beim verlassen ein "Tara-Cruiser" fast gerammt
hätte, Er konnte es nicht erwarten in die Schleuse einzufahren.
Nachdem das Boot nun ja von innen gesteuert werden
musste, verzichtete ich auf die Durchfahrt "Camlin-River"
(Kommt beim nächsten Mal). Die in Erwägung gezogene Übernachtung
in Lanesborough haben wir sehr schnell nach in Augenscheinname der
Gegebenheiten gestrichen. Das ist wahrlich keine Offenbarung. Obwohl
anders geplant, entschlossen wir uns weiter zu fahren über
den Lough Ree, was auch sehr gut funktioniert hat. Wir sind in einem
kleinen Konvoi gefahren, mit uns die bereits erwähnte Penichette
1020 mit einem netten Paar aus München, und einer Wavequeen.
Ein paar kleine Wellen stellten kein wirkliches Problem dar. Sicher
bedingt durch den Regen war die Sicht nicht die Beste. Aber wenn
man konzentriert auf die Marker achtet geht's.
Die
Einfahrt zu Quigleys Marina ist zumindest von Norden kommend nicht
ganz einfach, auch hier half mir die GPS-Karte. In der wunderschönen
Marina angekommen begrüßten uns sofort unser Wimpel und
der dazugehörige Kapitän Norbert. Gleichzeitig hörte
es auch auf zu regnen. Auch im Büro von Sven wurden wir von
Gabi sehr freundlich empfangen. Sven war leider schon nach Hause
gegangen. Das versprochene Bier trinken wir morgen. Einem Tipp von
Norbert folgend, werden wir heute Abend bei Manfred vorbeischauen
und zu Abend essen.
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